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Entwicklungsmodell

Kernfunktion und Entwicklungslogik des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells

Komplexe Entwicklungsprozesse – verständlich und alltagstauglich zugänglich

 

Cosmiconfluence übersetzt komplexe menschliche Entwicklungsprozesse in einen verständlichen, alltagstauglichen und individuell nutzbaren Entwicklungszugang.

Es stellt Menschen eine strukturierte Entwicklungsarchitektur zur Verfügung, mit der sie – ausgehend von ihrer jeweiligen Ausgangslage, ihren Zielen, Bedarfen, Erfahrungen und Lebensbedingungen – grundlegende Lern-, Wahrnehmungs-, Reflexions-, Verarbeitungs-, Regulations-, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeiten kontinuierlich weiterentwickeln können.

Diese Entwicklungsunterstützung ist nicht auf einen bestimmten Lebensbereich, eine einzelne Lebensphase oder ein festgelegtes Entwicklungsziel begrenzt. Die grundlegende Architektur bleibt verbunden, während Situationen, Entwicklungsbedarfe, Ressourcen, Ziele und Formen der Anwendung individuell und kontextabhängig variieren können.

Dadurch können dieselben grundlegenden Entwicklungsfähigkeiten in persönlichen, familiären, sozialen, schulischen, beruflichen und weiteren Lebenszusammenhängen immer wieder genutzt, überprüft, angepasst, stabilisiert und weiterentwickelt werden.

Die Komplexität liegt in der Entwicklungsarchitektur – der Zugang für die Menschen soll verständlich, alltagsnah und praktisch nutzbar bleiben.

 

Warum die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten für die Nutzung von Informationen, Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten zentral sind

Informationen, Erfahrungen, Entwicklungsimpulse, Ressourcen und vorhandene Möglichkeiten führen nicht allein dadurch zu Entwicklung, dass sie vorhanden sind oder einer Person zur Verfügung gestellt werden.

Entscheidend ist, wie ein Mensch mit ihnen umgehen kann.

Eine Information muss wahrgenommen, eingeordnet und verarbeitet werden können. Erfahrungen müssen für weiteres Lernen nutzbar gemacht werden können. Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten müssen erkannt und in die jeweilige Situation einbezogen werden können. Erkenntnisse müssen unter den tatsächlichen Bedingungen in angemessene Entscheidungen und Handlungen überführt werden können. Die daraus entstehenden neuen Erfahrungen müssen wiederum ausgewertet, mit neuen Informationen verbunden und für Anpassung, weitere Anwendung, Stabilisierung und Transfer genutzt werden können.

Eine vorhandene Information kann wenig hilfreich bleiben, wenn sie nicht wahrgenommen, eingeordnet oder mit relevanten Erfahrungen verbunden wird. Eine Ressource oder Handlungsmöglichkeit kann vorhanden sein, ohne als solche erkannt oder genutzt zu werden. Eine Erfahrung führt nicht automatisch zu weiterem Lernen. Eine gewonnene Erkenntnis führt nicht automatisch zu situationsgerechtem Handeln. Und eine erfolgreiche Handlung bedeutet noch nicht, dass die zugrunde liegenden Fähigkeiten unter veränderten Bedingungen ebenso verfügbar sind oder auf eine neue Situation übertragen werden können.

 

Genau an diesen Übergängen setzen die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells an:

  • Individuelle Lernmethodik unterstützt dabei, Informationen, Rückmeldungen, Erfahrungen und Handlungsergebnisse zunehmend für weiteres Lernen und weitere Entwicklung zu nutzen.

  • Analytisch-strukturierte und lösungsorientierte Denk- und Verarbeitungsprozesse unterstützen dabei, Situationen, Informationen, Zusammenhänge, Ressourcen, Möglichkeiten und mögliche Folgen differenzierter zu erfassen und zu verarbeiten.

  • Adaptive Handlungsfähigkeit unterstützt dabei, Wahrgenommenes, Gelerntes und Verarbeitetes unter den tatsächlichen Bedingungen in situationsgerechte Entscheidungen und Handlungen zu überführen und das weitere Vorgehen anhand neuer Informationen und Erfahrungen anzupassen.

Diese drei Entwicklungsgrundfähigkeiten wirken nicht isoliert und bilden keine starre Schrittfolge. Sie können parallel relevant sein, ineinandergreifen und sich gegenseitig ergänzen.

Dabei werden sie innerhalb der sechs Kernkompetenzbereiche angewendet und weiterentwickelt. Diese bilden zentrale Entwicklungs-, Erfahrungs- und Anwendungsfelder, in denen unterschiedliche Situationen, Anforderungen, Ressourcen und Entwicklungsbedarfe auftreten.

 

So entsteht eine wechselseitige Entwicklungslogik:

Situationen innerhalb eines oder mehrerer Kernkompetenzbereiche → Informationen und Erfahrungen werden relevant → Wahrnehmen, Lernen, Reflektieren und Verarbeiten → Ressourcen und Möglichkeiten erkennen → Regulieren, Entscheiden und Handeln → neue Erfahrung → Auswerten und Anpassen → erneute Anwendung → Stabilisierung und Transfer

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten unterstützen damit Entwicklung innerhalb der sechs Kernkompetenzbereiche. Gleichzeitig liefern Situationen und Erfahrungen aus diesen Bereichen immer wieder neue Lern-, Reflexions-, Verarbeitungs- und Handlungsmöglichkeiten, an denen die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten angewendet, überprüft und weiterentwickelt werden können.

Der Entwicklungskern bleibt dabei verbunden. Die konkrete Entwicklungsanforderung entsteht aus Person, Situation, Kernkompetenzbereich, verfügbaren Fähigkeiten, Ressourcen und äußeren Bedingungen.

 

1. Was unterstützende Entwicklungswirkung bedeutet

Cosmiconfluence versteht Entwicklung nicht als Vermittlung fertiger Lösungen und nicht als isoliertes Training einzelner Kompetenzen.

Das Entwicklungsmodell unterstützt Menschen dabei, grundlegende Wahrnehmungs-, Lern-, Reflexions-, Verarbeitungs-, Regulations-, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeiten weiterzuentwickeln, vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen bewusster wahrzunehmen und unter unterschiedlichen Bedingungen zunehmend situationsgerecht nutzen zu können.

Unterstützende Entwicklungswirkung bezeichnet dabei die Funktion und Entwicklungsrichtung des Modells.

Im Mittelpunkt steht nicht allein, welche Informationen, Erfahrungen, Ressourcen oder Möglichkeiten vorhanden sind, sondern in welchem Umfang die für ihre situationsgerechte Nutzung relevanten Lern-, Wahrnehmungs-, Reflexions-, Verarbeitungs-, Regulations-, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeiten entwickelt, miteinander verbunden und unter den konkreten Bedingungen verfügbar sind.

Cosmiconfluence stellt strukturierte Entwicklungsbedingungen und Entwicklungsimpulse bereit, durch die individuelle Lern-, Reflexions-, Verarbeitungs- und Handlungsmöglichkeiten angesprochen, erprobt und weiterentwickelt werden können.

Damit ist nicht vorausgesetzt, dass bei jeder Person dieselbe Entwicklung, dieselbe Entwicklungstiefe oder dasselbe Ergebnis entsteht.

Entscheidend ist vielmehr:

  • Welche Entwicklungsbereiche sind für die jeweilige Person und Situation relevant?

  • Welche Fähigkeiten sind bereits vorhanden?

  • Welche davon stehen unter den konkreten Bedingungen tatsächlich zur Verfügung?

  • Welche Ressourcen können genutzt werden?

  • Welche Fähigkeiten können weiterentwickelt werden?

  • Wie können Informationen und Erfahrungen für weitere Entwicklung nutzbar gemacht werden?

  • Welche Möglichkeiten werden bereits erkannt und welche könnten durch differenziertere Verarbeitung zusätzlich sichtbar werden?

  • Wie können Erkenntnisse in situationsgerechte Entscheidungen und Handlungen überführt werden?

Cosmiconfluence unterstützt damit Entwicklung über das gesamte Spektrum von Wahrnehmung und Lernen über Reflexion, analytische Verarbeitung und Regulation bis zu Entscheidung, Handlung, Erfahrungsauswertung, Anpassung, Stabilisierung und Transfer.

 

2. Warum dieselbe Entwicklungsarchitektur individuelle Entwicklung unterstützt

Das Cosmiconfluence Entwicklungsmodell verbindet zwei Ebenen.

 

Eine strukturierte Entwicklungsarchitektur

Auf der einen Seite steht eine strukturierte äußere Ebene der Entwicklungsunterstützung.

Sie stellt unter anderem Situationen, Entwicklungsimpulse, methodische Zugänge, Fragen, Reflexionsmöglichkeiten, Informationen, Perspektiven, Ressourcenbetrachtungen, Anwendungsmöglichkeiten, Rückmeldungen, Wiederholung und Transfermöglichkeiten bereit.

Diese Ebene wird hier als strukturierte Entwicklungsarchitektur des Entwicklungsmodells bezeichnet. Sie ist von der übergeordneten Cosmiconfluence-Gesamtarchitektur zu unterscheiden.

 

Ein individueller Entwicklungsprozess

Auf der anderen Seite steht der individuelle Lern-, Verarbeitungs- und Entwicklungsprozess eines Menschen.

Dieser Prozess kann nicht vollständig von außen vorgegeben werden.

Entwicklungsimpulse treffen bei jedem Menschen auf eine eigene Erfahrungs-, Lern-, Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Handlungsgeschichte.

Dazu können unter anderem bisherige Erfahrungen, Wissen, Erwartungen, Bewertungen, vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen, soziale Erfahrungen, Routinen sowie bewusste und nicht vollständig bewusste Verarbeitungsprozesse gehören.

Deshalb können zwei Menschen dieselbe Situation, Frage oder Entwicklungsaufgabe erhalten und dennoch unterschiedliche Entwicklungsprozesse durchlaufen.

Eine Person erkennt vielleicht eine bisher wenig genutzte Ressource.

Eine andere bemerkt eine wiederkehrende Interpretation oder Reaktionsweise.

Eine weitere erkennt, dass eine grundsätzlich vorhandene Fähigkeit unter bestimmten Bedingungen weniger verfügbar ist.

Cosmiconfluence standardisiert deshalb nicht den individuellen inneren Entwicklungsprozess. Es strukturiert Entwicklungsbedingungen, innerhalb derer individuelle Lern-, Reflexions-, Verarbeitungs- und Handlungsmöglichkeiten angeregt, erprobt und weiterentwickelt werden können.

 

Individuelle Verarbeitung

Entwicklungsimpulse werden auf Grundlage der jeweiligen Erfahrungen, Fähigkeiten, Ressourcen und Verarbeitungsbedingungen individuell aufgenommen und weiterverarbeitet.

Dabei kann derselbe Impuls unterschiedliche Funktionen erfüllen. Er kann beispielsweise bestehendes Wissen aktivieren, eine bisher wenig beachtete Ressource sichtbar machen, eine Annahme infrage stellen, eine neue Perspektive eröffnen oder Anlass geben, eine bisherige Handlungserfahrung erneut zu betrachten.

 

Adaptive Entwicklungsunterstützung

Auch Auswahl, Schwerpunkt, Intensität, Wiederholung und Unterstützungsbedarf können an Ausgangslage, Entwicklungsstand, Situation, Ressourcen und Entwicklungsziele angepasst werden.

Eine gemeinsame Entwicklungsarchitektur bedeutet deshalb weder einen identischen inneren Entwicklungsprozess noch eine identische Entwicklungsunterstützung.

 

3. Drei Entwicklungsgrundfähigkeiten innerhalb der sechs Kernkompetenzbereiche

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten und die sechs Kernkompetenzbereiche bilden miteinander verbundene Strukturierungselemente der Entwicklungsarchitektur.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten bilden den gemeinsamen, bereichsübergreifenden Entwicklungskern.

Sie unterstützen grundlegende Prozesse, durch die Menschen Informationen, Erfahrungen, Entwicklungsimpulse, Rückmeldungen, Anforderungen, Ressourcen und Möglichkeiten zunehmend für Lernen, Verstehen, Entscheidung, Handlung und weitere Entwicklung nutzen können.

Die sechs Kernkompetenzbereiche bilden miteinander verbundene Entwicklungs-, Erfahrungs- und Anwendungsfelder, innerhalb derer die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten in unterschiedlichen Situationen benötigt, angewendet und weiterentwickelt werden.

Damit stehen die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten und die sechs Kernkompetenzbereiche nicht getrennt nebeneinander.

Eine konkrete Situation kann einen oder mehrere Kernkompetenzbereiche betreffen. Innerhalb dieser Situation beeinflusst das Zusammenspiel der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten, wie relevante Informationen und Erfahrungen aufgenommen und verarbeitet, Ressourcen und Möglichkeiten erkannt, Erkenntnisse gewonnen, Entscheidungen entwickelt und Handlungen umgesetzt werden können.

Die daraus entstehenden neuen Erfahrungen können wiederum ausgewertet und für die weitere Entwicklung der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten sowie der jeweils betroffenen Kompetenzen genutzt werden.

 

Individuelle Lernmethodik

Aus Situationen und Erfahrungen zunehmend selbst weiterlernen können.

Die Individuelle Lernmethodik unterstützt Menschen darin,

  • Erfahrungen und Rückmeldungen auszuwerten,

  • aus erfolgreichen und schwierigen Situationen zu lernen,

  • eigene Lern- und Bearbeitungsweisen besser zu verstehen,

  • hilfreiche Bedingungen und Ressourcen zu erkennen,

  • Ergebnisse eigener Entscheidungen und Handlungen für weiteres Lernen zu nutzen,

  • und Erkenntnisse unter veränderten Bedingungen erneut zu überprüfen.

Damit richtet sich Individuelle Lernmethodik nicht nur auf die Frage:

Was habe ich gelernt?

Sondern zunehmend auch auf:

Wie kann ich aus neuen Situationen und Erfahrungen selbst weiterlernen?

Diese Entwicklungsgrundfähigkeit ist innerhalb aller sechs Kernkompetenzbereiche relevant.

Emotionale Erfahrungen, soziale Begegnungen, kognitive Anforderungen, Schwierigkeiten und Veränderungen, Belastungs- und Erholungssituationen sowie Entscheidungen zu Werten, Verantwortung und Zielen können dadurch zunehmend als Quellen weiteren Lernens genutzt werden.

 

Analytisch-strukturierte und lösungsorientierte Denk- und Verarbeitungsprozesse

Situationen differenzierter verstehen und den wahrgenommenen Informations-, Ressourcen-, Entwicklungs- und Lösungsraum erweitern.

Diese Entwicklungsgrundfähigkeit unterstützt dabei,

  • relevante und fehlende Informationen zu erkennen,

  • Beobachtungen, Interpretationen und Annahmen zu unterscheiden,

  • Informationen zu strukturieren,

  • Zusammenhänge und Einflussbedingungen zu berücksichtigen,

  • unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen,

  • Ressourcen und Handlungsspielräume wahrzunehmen,

  • Möglichkeiten und Alternativen zu entwickeln,

  • und mögliche Folgen einzubeziehen.

Vorhandene Interpretationen oder Annahmen müssen dadurch nicht automatisch als vollständige Grundlage weiterer Entscheidungen übernommen werden.

Der wahrgenommene Informations-, Ressourcen-, Entwicklungs- und Lösungsraum kann erweitert werden.

Auch diese Entwicklungsgrundfähigkeit ist innerhalb aller sechs Kernkompetenzbereiche relevant.

Je nach Situation kann es beispielsweise darum gehen,

  • emotionale Reaktionen und ihre Bedingungen differenzierter einzuordnen,

  • soziale Perspektiven, Erwartungen und Wechselwirkungen zu verstehen,

  • komplexe Informationen zu strukturieren,

  • Belastungs- und Einflussbedingungen zu analysieren,

  • Ressourcen, Grenzen und Handlungsspielräume zu erkennen,

  • oder Werte, Verantwortung, Ziele und mögliche Folgen differenziert gegeneinander abzuwägen.

 

Adaptive Handlungsfähigkeit

Erkenntnisse unter den tatsächlichen Bedingungen situationsgerecht in Entscheidung und Handlung überführen.

Adaptive Handlungsfähigkeit unterstützt dabei,

  • Handlungsmöglichkeiten zu erkennen,

  • Ressourcen und Unterstützung einzubeziehen,

  • Entscheidungen vorzubereiten,

  • angemessene Schritte auszuwählen,

  • neue Vorgehensweisen unter realen Bedingungen zu erproben,

  • Ergebnisse und neue Informationen zu berücksichtigen,

  • und das weitere Vorgehen anhand neuer Erfahrungen anzupassen.

Adaptive Handlungsfähigkeit bedeutet dabei weder maximale Aktivität noch permanente Anpassung.

Sie kann innerhalb der sechs Kernkompetenzbereiche sehr unterschiedliche Formen annehmen.

Situationsgerechtes Handeln kann beispielsweise bedeuten,

  • Gefühle zu regulieren,

  • Unterstützung einzubeziehen,

  • Grenzen zu setzen,

  • Kommunikation anzupassen,

  • eine Entscheidung zu treffen,

  • eine schwierige Situation anders zu bearbeiten,

  • Erholung zu ermöglichen,

  • Verantwortung angemessen wahrzunehmen oder zu begrenzen,

  • eine bestehende Vorgehensweise bewusst beizubehalten,

  • oder unter veränderten Bedingungen eine neue Vorgehensweise zu entwickeln.

 

Die sechs Kernkompetenzbereiche als Entwicklungs-, Erfahrungs- und Anwendungsfelder

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten werden innerhalb von sechs miteinander verbundenen Entwicklungs-, Erfahrungs- und Anwendungsfeldern eingesetzt und weiterentwickelt.

 

Emotionale Entwicklung

Gefühle und innere Reaktionen differenzierter wahrnehmen, einordnen und regulieren sowie emotionale Erfahrungen für weiteres Lernen nutzen.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten können dabei beispielsweise unterstützen,

  • aus emotionalen Erfahrungen und deren Folgen zu lernen,

  • Gefühle, Bewertungen, Einflussbedingungen und Ressourcen differenzierter einzuordnen,

  • und daraus situationsgerechte Regulations- und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

 

Soziale Kompetenz

Kommunikation, Perspektivübernahme, Kooperation, Grenzen, Unterstützung und Konfliktbearbeitung situationsgerechter weiterentwickeln.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten können dabei beispielsweise unterstützen,

  • aus sozialen Erfahrungen und Rückmeldungen zu lernen,

  • Perspektiven, Erwartungen, Rollen und Wechselwirkungen differenzierter zu betrachten,

  • und Kommunikation, Kooperation, Grenzsetzung oder Konfliktbearbeitung situationsgerecht anzupassen.

 

Kognitive Verarbeitung

Informationen und Zusammenhänge differenzierter erfassen, Annahmen überprüfen und komplexe Situationen strukturierter bearbeiten.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten können dabei beispielsweise unterstützen,

  • aus neuen Informationen, Aufgaben und Handlungsergebnissen zu lernen,

  • Informationen zu strukturieren und Annahmen zu überprüfen,

  • und daraus tragfähige Entscheidungen und Vorgehensweisen abzuleiten.

Der Kernkompetenzbereich Kognitive Verarbeitung ist dabei nicht mit der Entwicklungsgrundfähigkeit Analytisch-strukturierte und lösungsorientierte Denk- und Verarbeitungsprozesse gleichzusetzen.

Die Entwicklungsgrundfähigkeit ist bereichsübergreifend und kann in allen sechs Kernkompetenzbereichen eingesetzt werden. Der Kernkompetenzbereich Kognitive Verarbeitung bezeichnet dagegen ein konkretes Entwicklungs-, Erfahrungs- und Anwendungsfeld, in dem kognitive Bearbeitungsanforderungen selbst besonders im Mittelpunkt stehen.

 

Resilienz und Selbstwirksamkeit

Schwierigkeiten und Veränderungen differenzierter bearbeiten, Ressourcen nutzen und realistische eigene Handlungsmöglichkeiten weiterentwickeln.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten können dabei beispielsweise unterstützen,

  • aus Schwierigkeiten, Rückschlägen und Bewältigungserfahrungen zu lernen,

  • Belastungen, Einflussmöglichkeiten, Ressourcen und Grenzen differenzierter einzuschätzen,

  • und unter veränderten Bedingungen angemessene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und zu erproben.

 

Selbstfürsorge und Balance

Belastungen, Grenzen, Ressourcen sowie Unterstützungs- und Erholungsbedarf früher wahrnehmen und angemessener berücksichtigen.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten können dabei beispielsweise unterstützen,

  • aus Belastungs-, Unterstützungs- und Erholungserfahrungen zu lernen,

  • eigene Bedürfnisse, Belastungsbedingungen, Grenzen und Ressourcen differenzierter einzuordnen,

  • und situationsgerecht Unterstützung einzubeziehen, Grenzen zu setzen, Belastungen zu verändern oder Erholung zu ermöglichen.

 

Werte-, Verantwortungs- und Zielorientierung

Werte, Ziele, Rollen, Verantwortung und mögliche Folgen bewusster in Entscheidungen und Handlungen einbeziehen.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten können dabei beispielsweise unterstützen,

  • aus Entscheidungen und ihren Folgen zu lernen,

  • Werte, Ziele, Rollen, Verantwortlichkeiten und mögliche Konsequenzen differenzierter gegeneinander abzuwägen,

  • und Entscheidungen und Handlungen zunehmend verantwortungs- und situationsgerecht auszurichten.

 

Wechselseitige Entwicklung

Die Beziehung zwischen den drei Entwicklungsgrundfähigkeiten und den sechs Kernkompetenzbereichen ist wechselseitig.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten unterstützen die Bearbeitung und Weiterentwicklung von Situationen innerhalb der sechs Kernkompetenzbereiche.

Gleichzeitig entstehen innerhalb der sechs Kernkompetenzbereiche fortlaufend neue Situationen, Erfahrungen, Rückmeldungen und Handlungsergebnisse, an denen die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten erneut angewendet, überprüft, angepasst und weiterentwickelt werden können.

Dadurch können sowohl bereichsspezifische Kompetenzen als auch die bereichsübergreifenden Entwicklungsgrundfähigkeiten weiterentwickelt werden.

Wiederholte Anwendung unter unterschiedlichen Bedingungen kann dazu beitragen, dass hilfreiche Lern-, Verarbeitungs- und Handlungsfähigkeiten zunehmend stabiler und situationsgerechter verfügbar werden und auf neue Situationen übertragen werden können.

Die sechs Kernkompetenzbereiche bilden deshalb keine voneinander isolierten Programme.

Eine konkrete Situation kann mehrere Kernkompetenzbereiche gleichzeitig betreffen und unterschiedliche Kombinationen und Ausprägungen der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten erfordern.

Der Entwicklungskern bleibt in unterschiedlichen Bereichen verbunden. Was sich verändert, sind Situation, Entwicklungsbedarf, relevante Kernkompetenzbereiche, benötigte Fähigkeiten, verfügbare Ressourcen und die konkrete Form der Anwendung.

 

4. Potenziale, Kompetenzen und Entwicklungsmöglichkeiten

Die Betrachtung von Potenzialen und Entwicklungsmöglichkeiten ist kein zusätzliches Entwicklungsmodell neben den drei Entwicklungsgrundfähigkeiten und sechs Kernkompetenzbereichen.

Sie beschreibt eine Perspektive darauf, was innerhalb individueller Entwicklungsprozesse bereits vorhanden, situationsabhängig verfügbar oder noch weiterentwickelbar sein kann.

Was eine Person in einer bestimmten Situation aktuell zeigt, bildet nicht automatisch vollständig ab, welche Fähigkeiten grundsätzlich vorhanden sind oder welche Fähigkeiten unter geeigneten Entwicklungsbedingungen weiterentwickelt werden können.

 

Sichtbare momentane Leistung

Was zeigt eine Person unter den aktuellen Bedingungen tatsächlich?

Eine beobachtbare Leistung ist immer auch an die Bedingungen der jeweiligen Situation gebunden.

 

Vorhandene Kompetenz

Welche Fähigkeiten sind grundsätzlich bereits entwickelt?

Vorhandene Kompetenz und aktuell sichtbare Leistung müssen nicht vollständig übereinstimmen.

 

Situationsgerechte Kompetenzverfügbarkeit

Welche vorhandenen Fähigkeiten können unter den konkreten Bedingungen im erforderlichen Moment tatsächlich genutzt werden?

Eine Fähigkeit kann grundsätzlich vorhanden sein und unter emotionaler Belastung, Zeitdruck, Unsicherheit oder anderen Bedingungen dennoch weniger gut verfügbar werden.

 

Weitere Entwicklungsmöglichkeit

Welche Fähigkeiten und Bearbeitungsweisen können durch Lernen, Anwendung, Unterstützung und Erfahrung weiter aufgebaut, differenziert oder erweitert werden?

Eine Ressource kann vorhanden sein, ohne bislang ausreichend wahrgenommen oder genutzt worden zu sein.

Eine Fähigkeit kann erst teilweise entwickelt sein und durch geeignete Lern-, Reflexions-, Unterstützungs- und Anwendungsmöglichkeiten weiter ausgebildet werden.

Cosmiconfluence unterstützt deshalb nicht lediglich den Erwerb neuer Kompetenzen.

Entwicklungsunterstützung kann ebenso dazu beitragen,

  • vorhandene Fähigkeiten bewusster wahrzunehmen,

  • Ressourcen und Interessen differenzierter zu erkennen,

  • Bedingungen der Kompetenzverfügbarkeit besser zu verstehen,

  • wenig genutzte Ressourcen stärker einzubeziehen,

  • vorhandene Fähigkeiten situationsgerechter einzusetzen,

  • neue Fähigkeiten weiterzuentwickeln,

  • und bislang wenig erschlossene Entwicklungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erproben.

Potenzial wird dabei nicht als feststehender verborgener Bestand verstanden, den Cosmiconfluence lediglich aufdecken müsste.

Entwicklungsmöglichkeiten können sich vielmehr im Zusammenspiel von vorhandenen Fähigkeiten, Erfahrungen, Lernmöglichkeiten, Ressourcen, Motivation, Unterstützung und Umweltbedingungen weiter entfalten.

Im Entwicklungsprozess kann damit zunehmend erkennbar werden, was bereits vorhanden ist, was unter anderen Bedingungen besser verfügbar werden kann und was durch weitere Entwicklung aufgebaut oder erweitert werden kann.

 

5. Das gesamte Bearbeitungsspektrum

Situationsbearbeitung beginnt nicht erst mit einer Entscheidung oder sichtbaren Handlung.

Eine konkrete Situation kann unterschiedliche miteinander verbundene Bearbeitungsfunktionen erfordern.

Die im Folgenden dargestellten Bearbeitungsfunktionen konkretisieren, wie sich die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten innerhalb realer Situationen und der jeweils relevanten Kernkompetenzbereiche verbinden können.

Welche Funktionen besonders benötigt werden, hängt davon ab, welche Informationen, Erfahrungen, Anforderungen, Ressourcen, Beziehungen, Belastungen und Handlungsmöglichkeiten in der jeweiligen Situation relevant sind.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten sind dabei nicht als drei einzelne, nacheinander ablaufende Schritte zu verstehen. Sie greifen innerhalb des Bearbeitungsprozesses ineinander und können mehrere Funktionen gleichzeitig unterstützen.

 

Von Wahrnehmung bis Transfer

Wahrnehmen → Einordnen und Verarbeiten → Lernen und Reflektieren → Analysieren → Ressourcen und Möglichkeiten erkennen → Regulieren → Entscheiden → Reagieren und Handeln → Handlungsfolgen und Erfahrungen auswerten → Anpassen → erneut anwenden → Stabilisieren → Transfer

Diese Darstellung beschreibt keine starre universelle Schrittfolge.

Einzelne Funktionen können parallel auftreten, unterschiedlich stark benötigt werden, sich gegenseitig beeinflussen oder erneut durchlaufen werden.

Entscheidend ist:

Welche Bearbeitungsfunktionen benötigt diese konkrete Situation, wie weit sind die dafür relevanten Fähigkeiten entwickelt und wie gut stehen sie der Person unter den tatsächlichen Bedingungen zur Verfügung?

Bereits wenn eine situationsrelevante Funktion nicht ausreichend entwickelt, verfügbar oder mit den weiteren benötigten Bearbeitungsfunktionen verbunden ist, kann dies den weiteren Situationsverlauf beeinflussen.

Wird beispielsweise eine wichtige Information nicht wahrgenommen, verändert sich bereits die Grundlage der weiteren Einordnung und Analyse.

Werden wichtige Ressourcen oder Handlungsmöglichkeiten nicht erkannt, kann sich der wahrgenommene Entscheidungsraum verkleinern.

Eine tragfähige Entscheidung kann wiederum nur begrenzt umgesetzt werden, wenn die dafür erforderliche Handlungsfähigkeit im entscheidenden Moment nicht ausreichend verfügbar ist.

Eine Handlung kann durchgeführt werden, ohne dass ihre Ergebnisse anschließend ausreichend ausgewertet und für weiteres Lernen genutzt werden.

Und eine erfolgreiche Vorgehensweise in einer Situation kann unter veränderten Bedingungen ungeeignet sein, wenn Unterschiede nicht erkannt und die Anwendung nicht angepasst wird.

Entwicklungsunterstützung richtet sich deshalb nicht nur auf einzelne Kompetenzen, sondern auf das situationsgerechte Zusammenspiel der jeweils benötigten Entwicklungs- und Bearbeitungsfähigkeiten.

 

6. Lernen aus realen Situationen und vorhandenen Erfahrungen

Konkrete Situationen bilden einen zentralen Entwicklungszugang innerhalb des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells.

Sie verbinden die komplexe Entwicklungsarchitektur mit tatsächlichen Erfahrungen und Anforderungen des Alltags.

Eine Situation kann beispielsweise Informationen sichtbar machen über

  • Wahrnehmungen,

  • Gefühle und Gedanken,

  • Interpretationen und Annahmen,

  • vorhandene und fehlende Informationen,

  • Fähigkeiten und Ressourcen,

  • Bedingungen ihrer Verfügbarkeit,

  • Beziehungen und Perspektiven,

  • Bedürfnisse und Grenzen,

  • Rollen und Verantwortlichkeiten,

  • Entscheidungsmöglichkeiten,

  • Handlungsspielräume,

  • mögliche Folgen,

  • und äußere Bedingungen.

Diese Informationen können für Reflexion, Lernen, Analyse, Entscheidung und weitere Entwicklung genutzt werden.

 

Erfahrungen wirken nicht ausschließlich bewusst

Frühere Erfahrungen wirken nicht ausschließlich in Form bewusst abrufbaren Wissens.

Menschen können Erwartungen, Routinen, Bewertungen und Reaktionsweisen entwickeln, ohne jeden Bestandteil dieser Prozesse jederzeit bewusst beschreiben zu können.

Strukturierte Betrachtung kann dazu beitragen, bisher wenig beachtete oder weitgehend automatisierte Wahrnehmungs-, Bewertungs-, Lern-, Regulations- oder Handlungsmuster stärker bemerkbar und reflektierbar zu machen.

Eine aktuelle Situation kann dadurch Anlass geben, mögliche Zusammenhänge mit bisherigen Erfahrungen zu untersuchen.

Dabei gilt eine wichtige wissenschaftliche Grenze:

Reflexion kann mögliche Zusammenhänge zwischen früheren Erfahrungen und heutigen Wahrnehmungs- oder Reaktionsweisen untersuchen. Sie beweist jedoch nicht automatisch, welche frühere Erfahrung eine heutige Reaktion verursacht hat.

Der Entwicklungsprozess richtet sich deshalb nicht darauf, eine vermeintlich sichere historische Ursache zu rekonstruieren oder frühere Erfahrungen zu „löschen“.

Vorhandene Einordnungen und Verarbeitungsweisen können vielmehr erneut betrachtet, mit neuen Informationen und Perspektiven verbunden und durch neue Erfahrungen erweitert werden.

 

Aus Erfahrung entsteht neue Entwicklungsinformation

Vorhandene Erfahrung → aktuelle Situation → bisherige Verarbeitung wird relevant → Reflexion und neue Information → weitere Bearbeitungsmöglichkeit → Handlung → neue Erfahrung → Auswertung und Anpassung

Damit entsteht ein fortlaufender Erfahrungskreislauf:

Verstehen beeinflusst Handeln.

Handeln erzeugt neue Erfahrung.

Neue Erfahrung erweitert wiederum die Grundlage zukünftigen Lernens, Verstehens und Handelns.

Die Person kann dadurch zunehmend lernen, eigene fortlaufende Erfahrungen als Quelle weiterer Entwicklung zu nutzen.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten unterstützen diesen Prozess auf unterschiedliche, miteinander verbundene Weise: Erfahrungen können für weiteres Lernen genutzt, differenzierter verarbeitet und in angepasste Entscheidungen und Handlungen überführt werden.

Die Komplexität liegt in der Architektur – nicht im Zugang für die Teilnehmenden.

 

7. Adaptive Individualisierung der Entwicklungsunterstützung

Die individuelle Verarbeitung eines Entwicklungsimpulses und die Anpassung der Entwicklungsunterstützung sind zwei unterschiedliche Ebenen.

Individuelle Verarbeitung beschreibt, was innerhalb der Person mit einem Entwicklungsimpuls geschieht.

Adaptive Individualisierung beschreibt:

Wie wird die Entwicklungsunterstützung an die jeweilige Person und Situation angepasst?

Welche Entwicklungsbereiche besonders relevant sind und wie weit sich Entwicklung entfalten kann, hängt unter anderem ab von

  • Ausgangslage,

  • Entwicklungsstand,

  • vorhandenen Fähigkeiten,

  • Ressourcen,

  • bisherigen Erfahrungen,

  • relevanten Situationen,

  • Belastungen,

  • Beziehungen,

  • Rollen und Verantwortlichkeiten,

  • Handlungsspielräumen,

  • Unterstützungsbedingungen,

  • Intensität und Kontinuität der Anwendung,

  • Wiederholung,

  • Stabilisierung,

  • Transfer,

  • sowie organisationalen, institutionellen und strukturellen Bedingungen.

Dabei kann sich auch unterscheiden, welche der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten innerhalb welcher Kernkompetenzbereiche und Situationen besonders relevant sind beziehungsweise gezielt unterstützt werden sollen.

 

Die zentrale Frage lautet deshalb:

Welche Entwicklungsbereiche werden bei dieser Person oder in diesem Anwendungskontext besonders unterstützt, wie weit können sie weiterentwickelt werden und unter welchen Bedingungen können hilfreiche Fähigkeiten zunehmend stabil und situationsgerecht verfügbar werden?

Was für eine Person ein wichtiger Reflexionsimpuls ist, kann für eine andere bereits selbstverständlich sein.

Was einer Person Orientierung gibt, kann für eine andere weniger relevant sein.

Was unter einer Bedingung ausreichend unterstützt, kann in einer anderen Situation zusätzliche Informationen, Ressourcen, Wiederholung oder Unterstützung erfordern.

Adaptive Individualisierung bedeutet deshalb, Entwicklungsunterstützung an Ausgangslage, Ressourcen, Entwicklungsstand, relevante Situationen und Entwicklungsziele anzupassen.

Eine bestimmte Entwicklungstiefe, Geschwindigkeit oder ein identischer Entwicklungsverlauf wird damit nicht vorausgesetzt.

Der Entwicklungskern bleibt gemeinsam. Der konkrete Entwicklungsweg und die notwendige Entwicklungsunterstützung bleiben individuell und kontextabhängig.

 

8. Wiederholung, Stabilisierung und Transfer

Eine einmalige Einsicht verändert nicht automatisch dauerhaft die situationsgerechte Verfügbarkeit einer Fähigkeit.

Menschen können etwas verstehen und unter späteren, belastenden oder veränderten Bedingungen dennoch wieder auf vertraute Reaktions- und Bearbeitungsweisen zurückgreifen.

Deshalb verbindet Cosmiconfluence Entwicklung mit wiederholter Anwendung, Erfahrungsauswertung und Anpassung.

 

Wiederholung bedeutet nicht Wiederholung derselben Lösung

Wiederholt und weiterentwickelt wird vielmehr der grundlegende Bearbeitungsprozess:

Wahrnehmen → Einordnen → Reflektieren → Analysieren → Ressourcen und Möglichkeiten berücksichtigen → Entscheiden → Handeln → Auswerten → Anpassen

Dabei werden die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten unter unterschiedlichen Bedingungen erneut benötigt:

  • aus neuen Erfahrungen weiterlernen,

  • Situationen und Informationen erneut differenziert verarbeiten,

  • und Erkenntnisse situationsgerecht in angepasstes Handeln überführen.

Dadurch können hilfreiche Bearbeitungsfähigkeiten zunehmend vertrauter und unter unterschiedlichen Bedingungen leichter verfügbar werden.

Nicht die konkrete Lösung wird verinnerlicht, sondern zunehmend die Fähigkeit, unterschiedliche Situationen strukturiert zu bearbeiten und eine passende Vorgehensweise zu entwickeln.

 

Transfer bedeutet Anpassung – nicht Kopieren

Eine erfolgreiche Lösung kann nicht automatisch unverändert auf eine neue Situation übertragen werden.

Neue Situationen können andere Rollen, Beziehungen, Verantwortlichkeiten, Ziele, Ressourcen, Risiken, Handlungsspielräume oder äußere Bedingungen besitzen.

Transfer bedeutet deshalb:

Erfahrung erkennen → Relevanz für eine neue Situation prüfen → Unterschiede berücksichtigen → Anwendung anpassen → erneut anwenden → Wirkung auswerten

Transfer betrifft damit nicht nur die Übertragung einer einzelnen Lösung.

Er zeigt sich auch darin, ob die zugrunde liegenden Lern-, Verarbeitungs- und Handlungsfähigkeiten unter veränderten Bedingungen erneut situationsgerecht eingesetzt werden können.

Das Entwicklungsziel liegt in einer Verbindung aus:

Stabilität grundlegender Entwicklungs- und Bearbeitungsfähigkeiten und Flexibilität ihrer situationsgerechten Anwendung.

 

9. Unterstützende Entwicklungswirkungen in unterschiedlichen Lebens- und Anwendungsbereichen

Die grundlegende Entwicklungsarchitektur bleibt über unterschiedliche Lebensphasen und Anwendungskontexte hinweg verbunden.

Ihre konkrete Entwicklungsbedeutung verändert sich jedoch mit Person, Entwicklungsphase, Situation, Rolle und Kontext.

Auch die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten bleiben als gemeinsamer Entwicklungskern verbunden, während sich die Situationen, Kernkompetenzbereiche, Anforderungen, Ressourcen und Formen ihrer Anwendung verändern.

Auch innerhalb derselben Zielgruppe bleibt Entwicklung individuell.

Zwei Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Führungskräfte oder Familien besitzen nicht automatisch dieselben Erfahrungen, Fähigkeiten, Ressourcen, Kompetenzverfügbarkeiten oder Entwicklungsbedarfe.

 

Kinder

Cosmiconfluence unterstützt Kinder entwicklungsangemessen dabei,

eigene Erfahrungen, Gefühle und soziale Situationen verständlicher einzuordnen, Fähigkeiten und Ressourcen wahrzunehmen, aus Erfahrungen zu lernen, Selbstregulation weiterzuentwickeln sowie eigene Handlungsmöglichkeiten und Unterstützungsbedarfe zunehmend besser zu erkennen.

Schutz, Entwicklungsangemessenheit und die Verantwortung zuständiger Erwachsener bleiben verbindlich.

 

Jugendliche und Heranwachsende

Cosmiconfluence unterstützt Entwicklungsprozesse insbesondere in den Bereichen

Selbstverständnis, Potenzial- und Ressourcenwahrnehmung, Individuelle Lernmethodik, Werte und Ziele, Gruppeneinflüsse, digitale Erfahrungen, Bildungs- und Berufsentscheidungen, Umgang mit Rückschlägen sowie situationsgerechte Nutzung vorhandener Fähigkeiten.

 

Junge Erwachsene

Cosmiconfluence unterstützt dabei,

Übergänge und Veränderungen, persönliche und berufliche Möglichkeiten, Ressourcen, Ziele, Unsicherheit und komplexe Entscheidungen differenzierter zu bearbeiten und Erfahrungen für weitere Entwicklung zu nutzen.

 

Eltern und Familien

Cosmiconfluence unterstützt dabei,

familiäre Situationen differenzierter zu betrachten, vorschnelle Zuschreibungen zu überprüfen, wechselseitige Reaktionen und Ressourcen wahrzunehmen sowie Bedürfnisse, Grenzen, Verantwortung und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten klarer einzuordnen.

Familiäre Alltagssituationen können dabei als individuelle und gemeinsame Lern- und Entwicklungsinformationen genutzt werden.

 

Partnerschaften und enge Beziehungen

Cosmiconfluence unterstützt Entwicklungsprozesse insbesondere in den Bereichen

Wahrnehmung, Kommunikation, Bedürfnisse, Grenzen, Verantwortung, Perspektiven, Reaktionsmuster und situationsgerechte Kompetenzverfügbarkeit unter emotionaler Belastung.

Sicherheit und Schutz haben Vorrang. Gewalt, Kontrolle, Missbrauch oder Gefährdung sind nicht lediglich als gewöhnliche Beziehungskonflikte zu behandeln.

 

Erwachsene in persönlicher und beruflicher Entwicklung

Cosmiconfluence unterstützt Erwachsene dabei,

Fähigkeiten, Ressourcen, Routinen, Ziele, Möglichkeiten und Belastungen differenzierter wahrzunehmen, Erfahrungen systematischer für Entwicklung zu nutzen und vorhandene Kompetenzen zwischen unterschiedlichen Lebensbereichen zunehmend kontextangemessen einzusetzen.

 

Führungskräfte

Cosmiconfluence unterstützt Führungskräfte dabei,

reale Führungssituationen, Entscheidungsprozesse, Kommunikation, Delegation, Verantwortung, Ressourcen und Kompetenzverfügbarkeit unter unterschiedlichen Führungsanforderungen differenzierter zu betrachten und organisationale Bedingungen einzubeziehen.

 

HR und Personalentwicklung

Hier sind zwei Betrachtungs- beziehungsweise Anwendungsebenen zu unterscheiden.

Ebene der Mitarbeitenden

Cosmiconfluence unterstützt Mitarbeitende dabei,

reale Arbeitserfahrungen stärker als Entwicklungsinformationen zu nutzen, Ressourcen und Kompetenzverfügbarkeit zu reflektieren und Lerntransfer weiterzuentwickeln.

Ebene von HR und Personalentwicklung

Cosmiconfluence unterstützt eine stärkere Verbindung von

Lernen, realer Anwendung, Erfahrung, Reflexion, Kompetenzverfügbarkeit, Transfer und organisationalen Entwicklungsbedingungen.

Dadurch können Entwicklungsbedarfe und Bedingungen der tatsächlichen Anwendung differenzierter betrachtet werden.

 

Teams und Zusammenarbeit

Auch hier sind individuelle und gemeinsame Ebenen zu unterscheiden.

Einzelne Teammitglieder

Cosmiconfluence unterstützt die Reflexion eigener Wahrnehmungs-, Kommunikations-, Entscheidungs- und Handlungsmuster sowie von Rollen, Ressourcen und Kompetenzverfügbarkeit.

Gemeinsame Teamebene

Arbeits-, Kommunikations- und Interaktionsmuster, Informationswege, Entscheidungsbedingungen und gemeinsame Erfahrungen können strukturierter für Lernen und Weiterentwicklung genutzt werden.

 

Supervision und professionelle Reflexion

Cosmiconfluence unterstützt Fachkräfte dabei,

professionelle Situationen und Erfahrungen strukturierter für Reflexion und Entwicklung zu nutzen, Wahrnehmungen und Interpretationen differenzierter zu betrachten, Verantwortung und Zuständigkeit einzuordnen, Kompetenzverfügbarkeit zu reflektieren und Erkenntnisse aus professioneller Reflexion in den beruflichen Alltag zu übertragen.

Cosmiconfluence ersetzt qualifizierte Supervision nicht.

 

10. Entwicklungsunterstützung statt permanenter Selbstoptimierung

Cosmiconfluence versteht Entwicklung nicht als permanente Leistungssteigerung oder fortlaufende Selbstoptimierung.

Adaptive Entwicklung bedeutet nicht, unter allen Umständen mehr zu leisten, schneller zu handeln oder sich an jede äußere Anforderung anzupassen.

Situationsangemessene Entwicklung kann ebenso darin bestehen,

  • Unterstützung einzubeziehen,

  • Grenzen zu setzen,

  • Verantwortung angemessen zu begrenzen oder abzugeben,

  • eine Entscheidung zu verschieben,

  • weitere Informationen einzuholen,

  • Erholung zu ermöglichen,

  • eine bewährte Vorgehensweise beizubehalten,

  • eine notwendige strukturelle Veränderung anzustoßen,

  • oder bewusst nicht zu handeln.

Adaptive Handlungsfähigkeit bedeutet deshalb nicht, möglichst viele Handlungsmöglichkeiten tatsächlich umzusetzen.

Sie bedeutet auch, erkennen und begründen zu können, welches Handeln, Nicht-Handeln, Begrenzen, Abwarten, Unterstützenlassen oder Verändern unter den jeweiligen Bedingungen angemessen ist.

Entwicklung bedeutet damit, vorhandene Möglichkeiten unter den tatsächlichen Bedingungen zunehmend differenziert, verantwortungsangemessen und situationsgerecht nutzen zu können.

 

11. Individuelle, relationale und strukturelle Bedingungen

Entwicklungsprozesse finden nicht unabhängig von Beziehungen und äußeren Bedingungen statt.

Schwierigkeiten können

  • individuell,

  • relational,

  • teambezogen,

  • organisational,

  • institutionell,

  • gesellschaftlich oder strukturell,

  • oder durch mehrere Ebenen gleichzeitig

bedingt oder mitbedingt sein.

Persönliche Entwicklungsarbeit darf deshalb nicht dazu führen, strukturell verursachte Schwierigkeiten vorschnell als individuelle Kompetenz- oder Entwicklungsdefizite zu interpretieren.

Gleichzeitig können vorhandene persönliche Handlungsmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten differenziert betrachtet und weiterentwickelt werden.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten verändern nicht automatisch äußere Bedingungen. Sie können jedoch unterstützen, diese Bedingungen differenzierter wahrzunehmen, ihren Einfluss einzuordnen, vorhandene Handlungsspielräume und Grenzen zu erkennen und unter den tatsächlichen Bedingungen angemessene Entscheidungen zu entwickeln.

Die entscheidende Frage lautet:

Auf welcher Ebene liegt ein Entwicklungs- oder Veränderungsbedarf und welche Einflussmöglichkeiten bestehen tatsächlich?

Entwicklungsunterstützung kann persönliche Entwicklungs- und Bearbeitungsfähigkeiten weiterentwickeln.

Sie kann jedoch fehlende Ressourcen, institutionelle Zuständigkeiten oder notwendige strukturelle Veränderungen nicht ersetzen.

 

12. Wissenschaftliche Grundlagen, methodische Prinzipien und wissenschaftliche Anschlussfähigkeit

Das Cosmiconfluence Entwicklungsmodell verbindet unterschiedliche wissenschaftlich anschlussfähige und empirisch untersuchte Prinzipien aus Lernpsychologie, Entwicklungspsychologie, Kognitionspsychologie, Metakognitions- und Selbstregulationsforschung, Problemlöse- und Entscheidungsforschung, Kompetenzentwicklung, Transferforschung sowie Neuropsychologie innerhalb einer eigenen strukturierten Entwicklungsarchitektur.

Dabei wird nicht von einer einzelnen isolierten Methode ausgegangen.

Cosmiconfluence verbindet vielmehr unterschiedliche methodische Prinzipien so miteinander, dass Menschen reale Situationen und Erfahrungen für Wahrnehmung, Lernen, Reflexion, differenzierte Verarbeitung, Regulation, Entscheidung, Handlung, Erfahrungsauswertung, Anpassung, Stabilisierung und Transfer nutzen können.

Die wissenschaftliche Grundlage und Anschlussfähigkeit des Entwicklungsmodells liegen in den aufgegriffenen wissenschaftlich untersuchten Entwicklungs- und Lernprinzipien. Cosmiconfluence verbindet diese innerhalb einer eigenen funktionalen Entwicklungsarchitektur zu einem fortlaufenden Entwicklungsprozess.

 

Lernpsychologie und selbstreguliertes Lernen

Ein zentraler wissenschaftlicher Bezug des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells liegt in der Forschung zu Lernen und selbstreguliertem Lernen.

Lernen wird dabei nicht allein als Aufnahme von Informationen verstanden. Wissenschaftliche Modelle des selbstregulierten Lernens beziehen unter anderem die Wahrnehmung und Bewertung einer Situation, Zielorientierung, Auswahl und Anpassung von Strategien, Beobachtung des eigenen Vorgehens, Rückmeldung, Selbstbewertung und erneute Anpassung ein.

Cosmiconfluence greift entsprechende Prinzipien auf, indem Menschen unterstützt werden,

  • Informationen und Erfahrungen für weiteres Lernen zu nutzen,

  • eigene Lern- und Bearbeitungsweisen stärker wahrzunehmen,

  • Rückmeldungen und Handlungsergebnisse auszuwerten,

  • hilfreiche Bedingungen und Ressourcen zu erkennen,

  • Vorgehensweisen auf Grundlage neuer Erfahrungen anzupassen,

  • und Lernen zunehmend auch auf neue Situationen zu übertragen.

Insbesondere die Individuelle Lernmethodik ist an diese wissenschaftlichen Perspektiven anschlussfähig.

Für selbstreguliertes Lernen, Lernstrategien und entsprechende Unterstützungsformen liegt eine umfangreiche empirische Forschung vor. Studien, systematische Reviews und Meta-Analysen zeigen Zusammenhänge beziehungsweise Interventionseffekte unter anderem in Bezug auf Lernprozesse, Strategieeinsatz, Selbstwirksamkeit, Selbstregulation und Lernleistung.

 

Metakognition, Reflexion und Selbstregulation

Ein weiterer zentraler wissenschaftlicher Bezug besteht zur Metakognitions- und Selbstregulationsforschung.

Metakognition umfasst die Fähigkeit, eigenes Wahrnehmen, Denken, Lernen und Bearbeiten zumindest teilweise zum Gegenstand weiterer Betrachtung zu machen.

Cosmiconfluence nutzt strukturierte Reflexion deshalb nicht lediglich als nachträgliches Nachdenken.

Reflexion kann dazu dienen,

  • Wahrnehmungen und Interpretationen zu unterscheiden,

  • eigene Annahmen zu überprüfen,

  • bisherige Vorgehensweisen zu betrachten,

  • Ressourcen und Grenzen wahrzunehmen,

  • Handlungsergebnisse auszuwerten,

  • alternative Perspektiven einzubeziehen,

  • und das weitere Vorgehen auf Grundlage neuer Erkenntnisse anzupassen.

Damit werden metakognitive und selbstregulatorische Prozesse mit realen Situationen und Erfahrungen verbunden.

Forschung zu Metakognition und Selbstregulation zeigt, dass entsprechende Strategien und Unterstützungsformen Lernen, Selbstbeobachtung, Strategieanpassung und die Regulation des eigenen Vorgehens unterstützen können.

 

Lernen aus Situationen, Erfahrungen und Handlungsergebnissen

Konkrete Situationen und vorhandene Erfahrungen bilden einen wesentlichen Entwicklungszugang innerhalb des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells.

Menschen werden nicht ausschließlich mit abstrakten Informationen konfrontiert. Reale, erwartete oder aufbereitete Situationen können genutzt werden, um Wahrnehmungen, Interpretationen, Ressourcen, Handlungsmöglichkeiten, Entscheidungen und deren Folgen strukturiert zu betrachten.

Dadurch verbindet Cosmiconfluence:

Situation → Erfahrung → Reflexion → neue Information → differenziertere Verarbeitung → Handlung → neue Erfahrung → Auswertung und Anpassung

Diese Logik ist an wissenschaftliche Ansätze des erfahrungsbezogenen, anwendungsbezogenen und reflexiven Lernens anschlussfähig.

Entwicklung entsteht dabei nicht allein durch das Vorhandensein einer Erfahrung. Entscheidend ist, ob und wie Erfahrungen verarbeitet, reflektiert, mit vorhandenem Wissen und neuen Informationen verbunden und für zukünftige Situationen nutzbar gemacht werden.

Damit wird Erfahrung nicht als automatischer Entwicklungsmechanismus verstanden, sondern als potenzielle Lern- und Entwicklungsinformation, deren weitere Nutzung von Wahrnehmungs-, Lern-, Reflexions-, Verarbeitungs- und Handlungsmöglichkeiten mitbestimmt wird.

 

Kognitive Verarbeitung, analytisches Denken und Problemlösen

Die Entwicklungsgrundfähigkeit Analytisch-strukturierte und lösungsorientierte Denk- und Verarbeitungsprozesse ist insbesondere mit Forschung zu Informationsverarbeitung, Problemlösen, kritischem Denken, Perspektivenbildung und Entscheidungsprozessen verbunden.

Cosmiconfluence unterstützt unter anderem dabei,

  • relevante und fehlende Informationen zu unterscheiden,

  • Beobachtungen von Interpretationen und Annahmen zu trennen,

  • Informationen zu strukturieren,

  • Zusammenhänge und Einflussbedingungen zu erkennen,

  • mehrere Perspektiven einzubeziehen,

  • Ressourcen und Handlungsspielräume zu identifizieren,

  • Alternativen zu entwickeln,

  • und mögliche Folgen verschiedener Entscheidungen zu berücksichtigen.

Forschung zu problemorientierten, fallbezogenen und strukturierten Lern- und Problemlöseansätzen zeigt, dass entsprechende methodische Prinzipien unter geeigneten Bedingungen unter anderem Problemlösen, selbstgesteuertes Lernen, Analyseprozesse und kritisches Denken unterstützen können.

Cosmiconfluence übernimmt solche Ansätze nicht als identische Methoden. Es greift wissenschaftlich anschlussfähige Bearbeitungsprinzipien auf und integriert sie innerhalb seiner eigenen Entwicklungsarchitektur.

Dabei steht nicht die Anwendung eines festen Problemlöseschemas im Mittelpunkt, sondern die zunehmende Fähigkeit, relevante Informationen, Annahmen, Perspektiven, Ressourcen, Möglichkeiten, Grenzen und mögliche Folgen situationsbezogen miteinander in Beziehung zu setzen.

 

Feedback, Rückmeldung und Erfahrungsauswertung

Rückmeldungen und die Auswertung eigener Handlungsergebnisse besitzen innerhalb der Entwicklungslogik eine wichtige Funktion.

Feedback wird dabei nicht als bloße Bewertung verstanden.

Es kann neue Informationen darüber bereitstellen,

  • welche Vorgehensweisen hilfreich waren,

  • welche Folgen eine Entscheidung oder Handlung hatte,

  • welche Informationen bislang fehlten,

  • welche Ressourcen genutzt oder übersehen wurden,

  • welche Annahmen überprüft werden sollten,

  • und welche Anpassungen für weitere Situationen sinnvoll sein können.

Die Feedbackforschung gehört zu den umfangreich empirisch untersuchten Bereichen der Lernforschung.

Meta-analytische Untersuchungen zeigen insgesamt, dass Feedback Lernprozesse und Lernergebnisse unterstützen kann. Zugleich zeigen sie, dass Informationsgehalt, Qualität, Zeitpunkt, Kontext und Verarbeitung einer Rückmeldung erheblichen Einfluss darauf haben, wie hilfreich Feedback tatsächlich wird.

Diese Differenzierung entspricht der Cosmiconfluence-Logik:

Nicht das bloße Vorhandensein einer Rückmeldung ist entscheidend, sondern wie sie wahrgenommen, eingeordnet, verarbeitet und für weitere Entwicklung genutzt wird.

 

Selbstregulation, Selbstwirksamkeit und Adaptive Handlungsfähigkeit

Entwicklung endet innerhalb von Cosmiconfluence nicht bei Reflexion oder Erkenntnis.

Die Entwicklungsgrundfähigkeit Adaptive Handlungsfähigkeit richtet sich darauf, Erkenntnisse unter den tatsächlichen Bedingungen einer Situation in angemessene Entscheidungen und Handlungen zu überführen.

Dabei werden unter anderem

  • vorhandene Handlungsmöglichkeiten,

  • Ressourcen,

  • Unterstützungsmöglichkeiten,

  • Grenzen,

  • Belastungen,

  • Verantwortlichkeiten,

  • Handlungsspielräume,

  • äußere Bedingungen,

  • und mögliche Folgen

berücksichtigt.

Die wissenschaftlichen Bezüge liegen hier insbesondere in der Forschung zu Selbstregulation, Selbstwirksamkeit, zielgerichtetem Handeln, Entscheidungsprozessen und adaptiver Verhaltensanpassung.

Empirische Untersuchungen zeigen, dass Selbstregulations- und Selbstwirksamkeitsprozesse für Lernen, Handlungsausführung und die Nutzung vorhandener Kompetenzen von erheblicher Bedeutung sein können.

Cosmiconfluence verbindet diese Perspektive zusätzlich mit der Frage der situationsgerechten Kompetenzverfügbarkeit.

Eine grundsätzlich vorhandene Fähigkeit muss unter konkreten Bedingungen nicht automatisch im erforderlichen Moment gleichermaßen verfügbar sein.

Dadurch wird zwischen

  • grundsätzlich vorhandener Kompetenz,

  • aktuell sichtbarer Leistung,

  • situationsgerechter Kompetenzverfügbarkeit,

  • und weiterer Entwicklungsmöglichkeit

unterschieden.

Der Begriff Kompetenzverfügbarkeit bezeichnet dabei innerhalb des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells das Ausmaß, in dem eine grundsätzlich vorhandene Fähigkeit unter konkreten situativen Bedingungen tatsächlich genutzt werden kann.

 

Wiederholung, Stabilisierung und situationsgerechte Verfügbarkeit

Eine einzelne Information, Erkenntnis oder erfolgreiche Handlung führt nicht automatisch zu stabiler situationsgerechter Kompetenzverfügbarkeit.

Cosmiconfluence verbindet Entwicklung deshalb mit wiederholter Anwendung, erneuter Reflexion, Erfahrungsauswertung und Anpassung.

Wiederholt wird dabei nicht einfach dieselbe fertige Lösung.

Wiederholt angewendet und weiterentwickelt wird vielmehr die Fähigkeit,

  • Situationen differenziert wahrzunehmen,

  • Informationen einzuordnen,

  • Erfahrungen zu reflektieren,

  • Annahmen zu überprüfen,

  • Ressourcen und Möglichkeiten zu erkennen,

  • Entscheidungen zu entwickeln,

  • situationsgerecht zu handeln,

  • Handlungsergebnisse auszuwerten,

  • und das weitere Vorgehen anzupassen.

Diese Logik ist an Forschung zu Lernen, Übung, Konsolidierung, Selbstregulation und Kompetenzentwicklung anschlussfähig.

Wiederholte Anwendung unter unterschiedlichen Bedingungen kann dazu beitragen, dass hilfreiche Lern-, Verarbeitungs- und Handlungsmöglichkeiten zunehmend vertrauter, stabiler und situationsgerechter verfügbar werden.

Stabilisierung bedeutet dabei nicht starre Wiederholung.

Sie beschreibt vielmehr eine zunehmende Verfügbarkeit grundlegender Entwicklungs- und Bearbeitungsfähigkeiten, die auch unter wechselnden Bedingungen situationsbezogen angepasst eingesetzt werden können.

 

Transfer und adaptive Expertise

Ein weiterer wichtiger wissenschaftlicher Bezug besteht zur Transferforschung und zur Forschung über adaptive Expertise.

Cosmiconfluence versteht Transfer nicht als unveränderte Wiederholung einer bereits gefundenen Lösung.

Neue Situationen können andere Personen, Rollen, Beziehungen, Anforderungen, Ressourcen, Risiken, Verantwortlichkeiten oder Handlungsspielräume beinhalten.

Transfer erfordert deshalb:

Relevante Erfahrung erkennen → Relevanz für eine neue Situation prüfen → Gemeinsamkeiten und Unterschiede berücksichtigen → vorhandenes Wissen und vorhandene Fähigkeiten anpassen → unter neuen Bedingungen anwenden → Ergebnisse erneut auswerten

Diese Sichtweise ist eng mit wissenschaftlichen Konzepten adaptiver Expertise verbunden.

Transferforschung zeigt, dass die flexible Nutzung vorhandenen Wissens und vorhandener Fähigkeiten insbesondere dann relevant wird, wenn Menschen mit veränderten oder neuartigen Anforderungen konfrontiert werden.

Forschung zu adaptiver Expertise betont entsprechend die Fähigkeit, vorhandenes Wissen und vorhandene Kompetenzen nicht lediglich routinemäßig zu reproduzieren, sondern sie unter veränderten Bedingungen flexibel, differenziert und situationsangemessen einzusetzen und weiterzuentwickeln.

Damit entspricht die Cosmiconfluence-Formulierung

„Transfer bedeutet Anpassung – nicht Kopieren“

einer wissenschaftlich gut anschlussfähigen Entwicklungslogik.

 

Entwicklungspsychologie und individuelle Entwicklungsbedingungen

Cosmiconfluence geht davon aus, dass Entwicklung nicht bei allen Menschen identisch verläuft.

Ausgangslage, Entwicklungsstand, bisherige Erfahrungen, soziale Beziehungen, Ressourcen, Belastungen, Lebensphase und Umweltbedingungen können beeinflussen,

  • welche Entwicklungsimpulse relevant sind,

  • wie Situationen wahrgenommen und verarbeitet werden,

  • welche Fähigkeiten bereits entwickelt sind,

  • welche davon unter konkreten Bedingungen verfügbar sind,

  • welche Ressourcen genutzt werden können,

  • und welche weitere Entwicklungsunterstützung erforderlich oder hilfreich ist.

Diese Perspektive ist mit entwicklungspsychologischen und pädagogisch-psychologischen Forschungsansätzen vereinbar, die Entwicklung als Ergebnis des Zusammenspiels individueller Voraussetzungen, Erfahrungen, Lernmöglichkeiten, sozialer Beziehungen und kontextueller Bedingungen betrachten.

Deshalb wird innerhalb von Cosmiconfluence zwischen einer gemeinsamen Entwicklungsarchitektur und dem individuellen Entwicklungsprozess unterschieden.

Die Struktur der Entwicklungsunterstützung kann gemeinsam sein. Der daraus entstehende Entwicklungsweg bleibt individuell und kontextabhängig.

 

Neuroplastizität als neurobiologische Anschlussstelle

Auf neuropsychologischer Ebene ist Cosmiconfluence an die Forschung zu lern- und erfahrungsabhängiger Neuroplastizität anschlussfähig.

Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit des Nervensystems, sich in Verbindung mit Lernen, Erfahrung, Training und veränderten Anforderungen funktionell und teilweise strukturell zu verändern.

Forschung zeigt, dass Lernen und wiederholte Erfahrung mit Veränderungen neuronaler Aktivität, Konnektivität und – abhängig von Lernform, Dauer und Untersuchungsmethode – auch mit strukturellen Veränderungen verbunden sein können.

Neuroplastizität bildet damit eine allgemeine biologische Grundlage der lern- und erfahrungsabhängigen Veränderbarkeit des Nervensystems und ist eine wichtige neurobiologische Anschlussstelle für Lern- und Entwicklungsprozesse.

Für Cosmiconfluence wird Neuroplastizität deshalb als allgemeiner wissenschaftlicher Hintergrund von Lern- und Veränderungsfähigkeit verstanden.

Sie wird jedoch nicht als Nachweis eines spezifischen Cosmiconfluence-eigenen neuronalen Wirkmechanismus verwendet.

 

Wissenschaftliche Integration innerhalb des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells

Die Besonderheit des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells liegt nicht darin, einzelne wissenschaftliche Prinzipien isoliert neu zu erfinden.

Es verbindet wissenschaftlich anschlussfähige und in unterschiedlichen Forschungsfeldern empirisch untersuchte Entwicklungs-, Lern-, Reflexions-, Verarbeitungs-, Regulations-, Entscheidungs-, Handlungs- und Transferprinzipien innerhalb einer eigenen zusammenhängenden Entwicklungsarchitektur.

Dabei werden insbesondere miteinander verbunden:

  • Lernen aus Informationen und Erfahrungen,

  • strukturierte Reflexion,

  • Metakognition,

  • Selbstregulation,

  • differenzierte Wahrnehmung und Informationsverarbeitung,

  • analytisches und lösungsorientiertes Denken,

  • Perspektivenübernahme,

  • Ressourcen- und Handlungsmöglichkeitenorientierung,

  • Feedback und Erfahrungsauswertung,

  • adaptive Entscheidung und Handlung,

  • wiederholte Anwendung,

  • Stabilisierung,

  • situationsgerechte Kompetenzverfügbarkeit,

  • Transfer,

  • adaptive Expertise,

  • und kontextsensitive Anpassung.

Für zahlreiche dieser methodischen Prinzipien liegen empirische Untersuchungen, systematische Reviews und Meta-Analysen vor.

Je nach untersuchtem Prinzip, Zielbereich, Population und Anwendungskontext zeigen diese Forschungsergebnisse Zusammenhänge beziehungsweise positive Effekte unter anderem auf Lernprozesse, Selbstregulation, Problemlösen, Kompetenzentwicklung und Transfer.

Cosmiconfluence nutzt diese wissenschaftlich untersuchten Prinzipien nicht als voneinander getrennte Einzelmaßnahmen.

Sie werden innerhalb der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten, der sechs Kernkompetenzbereiche und der situationsbezogenen Entwicklungslogik funktional miteinander verbunden.

Dadurch entsteht eine Entwicklungsarchitektur, innerhalb derer wissenschaftlich untersuchte methodische Prinzipien auf konkrete Situationen, individuelle Entwicklungsbedingungen und unterschiedliche Lebens- und Anwendungskontexte bezogen werden können.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten bilden dabei den gemeinsamen, bereichsübergreifenden Entwicklungskern:

  • Individuelle Lernmethodik

  • Analytisch-strukturierte und lösungsorientierte Denk- und Verarbeitungsprozesse

  • Adaptive Handlungsfähigkeit

Die sechs Kernkompetenzbereiche bilden die miteinander verbundenen Entwicklungs-, Erfahrungs- und Anwendungsfelder, innerhalb derer diese Grundfähigkeiten situationsbezogen benötigt, angewendet und weiterentwickelt werden.

Konkrete Situationen bilden dabei den Entwicklungszugang, über den wissenschaftlich anschlussfähige Lern-, Reflexions-, Verarbeitungs-, Regulations-, Entscheidungs- und Handlungsprinzipien mit tatsächlichen Erfahrungen und Anforderungen verbunden werden.

So entsteht innerhalb des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells eine fortlaufende Entwicklungslogik:

Situation → Wahrnehmen und Verarbeiten → Lernen und Reflektieren → Ressourcen und Möglichkeiten erkennen → Regulieren, Entscheiden und Handeln → neue Erfahrung → Auswerten und Anpassen → erneute Anwendung → Stabilisierung → Transfer

 

Wissenschaftliche Fundierung, Individualisierung und eigene Forschungs- und Evaluationslogik

Die wissenschaftliche Fundierung von Cosmiconfluence beruht unter anderem auf methodischen Prinzipien und Vorgehensweisen, die in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen empirisch untersucht wurden und für die – abhängig vom jeweiligen Prinzip, Zielbereich, Untersuchungsdesign und Anwendungskontext – wissenschaftliche Befunde zu ihrer Bedeutung beziehungsweise Wirksamkeit für Lern-, Entwicklungs-, Reflexions-, Selbstregulations-, Problemlöse-, Kompetenz- und Transferprozesse vorliegen.

Empirisch nachgewiesene beziehungsweise gestützte Wirkungen methodischer Prinzipien bedeuten dabei nicht, dass bei allen Menschen dieselbe Wirkung, dieselbe Wirkungsstärke oder derselbe Entwicklungsverlauf zu erwarten ist.

Entwicklungswirkungen können sich abhängig von Person, Ausgangslage, Entwicklungsstand, Situation, Ressourcen, Belastungen, Kompetenzverfügbarkeit, Anwendungskontext, Intensität, Wiederholung und weiteren Bedingungen in Art, Stärke, Verlauf und Stabilisierung unterscheiden.

Cosmiconfluence verbindet deshalb wissenschaftlich untersuchte methodische Grundlagen mit einer individualisierten und kontextbezogenen Entwicklungsunterstützung.

Methoden, Entwicklungsimpulse, Situationen und Bearbeitungsschwerpunkte werden nicht losgelöst von der jeweiligen Person und ihrem Kontext eingesetzt, sondern innerhalb der Entwicklungsarchitektur situations-, bedarfs- und entwicklungsbezogen miteinander verbunden.

Die wissenschaftliche Bedeutung der empirisch untersuchten methodischen Grundlagen besteht deshalb nicht darin, eine identische Wirkung für alle Menschen vorauszusetzen. Sie bildet vielmehr eine wissenschaftliche Grundlage dafür, welche Lern-, Reflexions-, Verarbeitungs-, Regulations-, Handlungs- und Transferprinzipien Entwicklungsprozesse unter bestimmten Bedingungen unterstützen können.

Cosmiconfluence verbindet diese Grundlagen mit der Frage, welche Entwicklungsunterstützung bei welcher Person, in welcher Situation, innerhalb welcher Kernkompetenzbereiche und unter welchen Bedingungen besonders relevant ist und wie sich daraus entstehende Entwicklungsprozesse beobachten, einordnen und weiterentwickeln lassen.

Darüber hinaus umfasst die Cosmiconfluence Referenzarchitektur eine eigene Forschungs-, Beobachtungs-, Evaluations-, Auswertungs- und Weiterentwicklungslogik.

Diese ist nicht lediglich eine nachträglich ergänzte Kontrolle einzelner Anwendungen, sondern Bestandteil der übergeordneten wissenschaftlich anschlussfähigen Systemarchitektur.

Sie schafft die Grundlage dafür,

  • Entwicklungsprozesse systematisch zu beobachten,

  • relevante Ausgangs- und Kontextbedingungen einzubeziehen,

  • individuelle und kontextbezogene Entwicklungsverläufe zu erfassen,

  • Veränderungen innerhalb der Entwicklungsgrundfähigkeiten und Kernkompetenzbereiche zu untersuchen,

  • Kompetenzverfügbarkeit unter unterschiedlichen Bedingungen zu betrachten,

  • Anwendung, Stabilisierung und Transfer zu beobachten,

  • Entwicklungsbedingungen und mögliche Einflussfaktoren fachlich einzuordnen,

  • Wirkungsannahmen zu operationalisieren und empirisch zu prüfen,

  • Ergebnisse strukturiert auszuwerten,

  • und daraus weitere Forschungs-, Entwicklungs- und Optimierungsschritte abzuleiten.

Abhängig von Forschungsfrage, Zielgruppe, Anwendungskontext, Operationalisierung, Erhebungsdesign und verfügbarer Datenbasis können damit Entwicklungsprozesse und Entwicklungswirkungen systematisch untersucht und ihre Wirksamkeit empirisch überprüft werden.

Die Forschungs- und Evaluationslogik ermöglicht zugleich, unterschiedliche Wirkungsausprägungen nicht als methodischen Widerspruch zu behandeln, sondern als wissenschaftlich relevante Information darüber, unter welchen Bedingungen, bei welchen Personen, in welchen Kontexten und in welcher Form bestimmte Entwicklungsprozesse unterstützt werden.

Damit verbindet Cosmiconfluence drei wissenschaftlich relevante Ebenen:

  1. empirisch untersuchte und wissenschaftlich gestützte methodische Grundlagen,

  2. eine individualisierte und kontextbezogene Entwicklungsarchitektur,

  3. eine eigene wissenschaftlich anschlussfähige Forschungs- und Evaluationsarchitektur zur systematischen Beobachtung, Untersuchung, Prüfung, Auswertung und Weiterentwicklung der daraus entstehenden Entwicklungsprozesse.

Cosmiconfluence verbindet damit wissenschaftlich untersuchte Entwicklungs- und Lernprinzipien mit einer eigenen strukturierten Entwicklungs-, Forschungs- und Evaluationslogik. Ziel ist nicht die Annahme einer für alle Menschen identischen Wirkung, sondern eine wissenschaftlich fundierte, individuell und kontextbezogen ausgerichtete Entwicklungsunterstützung, deren Prozesse, Bedingungen und Wirkungen systematisch beobachtet, untersucht, ausgewertet und weiterentwickelt werden können.

Cosmiconfluence unterstützt Menschen nicht primär dadurch, ihnen für unterschiedliche Lebenssituationen fertige Antworten vorzugeben.

Es stellt eine strukturierte Entwicklungsarchitektur bereit, durch die grundlegende Lern-, Wahrnehmungs-, Reflexions-, Verarbeitungs-, Regulations-, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeiten innerhalb konkreter Situationen angesprochen und weiterentwickelt werden können.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten bilden dabei den bereichsübergreifenden Entwicklungskern.

Sie unterstützen grundlegende Prozesse, durch die Informationen, Erfahrungen, Ressourcen und Möglichkeiten zunehmend

  • wahrgenommen und eingeordnet,

  • für Lernen und Reflexion genutzt,

  • differenzierter verarbeitet,

  • mit vorhandenen Erfahrungen und neuen Informationen verbunden,

  • in ihren Ressourcen, Möglichkeiten und möglichen Folgen betrachtet,

  • und unter den tatsächlichen Bedingungen in situationsgerechte Entscheidungen und Handlungen überführt werden können.

Diese Prozesse finden innerhalb der sechs Kernkompetenzbereiche statt, die unterschiedliche Entwicklungs-, Erfahrungs- und Anwendungsfelder bilden.

Eine konkrete Situation kann dabei einen oder mehrere Kernkompetenzbereiche gleichzeitig betreffen.

Die daraus entstehenden Handlungen erzeugen neue Erfahrungen.

Diese neuen Erfahrungen können wiederum zu neuen Lern-, Reflexions- und Entwicklungsinformationen werden.

 

Dadurch entsteht kein einmaliger linearer Vorgang, sondern ein fortlaufender Entwicklungsprozess:

Situation → Wahrnehmen und Verarbeiten → Lernen und Reflektieren → Möglichkeiten erkennen → Regulieren, Entscheiden und Handeln → neue Erfahrung → Auswerten und Anpassen → erneute Anwendung → Stabilisierung → Transfer

Diese Entwicklungsarchitektur trifft bei jedem Menschen auf eine individuelle Erfahrungs-, Lern-, Verarbeitungs- und Handlungsgeschichte.

Der daraus entstehende Entwicklungsprozess bleibt deshalb individuell.

Vorhandene Erfahrungen können neu betrachtet werden.

Bisher wenig genutzte Fähigkeiten und Ressourcen können stärker wahrnehmbar werden.

Vorhandene Kompetenzen können unter unterschiedlichen Bedingungen zunehmend situationsgerecht verfügbar werden.

Neue Entwicklungs- und Bearbeitungsfähigkeiten können aufgebaut und erprobt werden.

Neue Erfahrungen können wiederum als Informationen für weitere Entwicklung genutzt werden.

Dabei stehen nicht einzelne Fähigkeiten isoliert im Mittelpunkt.

Entscheidend ist das situationsgerechte Zusammenspiel der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten mit den jeweils relevanten Kompetenzen, Ressourcen und Bedingungen innerhalb eines oder mehrerer Kernkompetenzbereiche.

Cosmiconfluence unterstützt damit Entwicklung über das gesamte Spektrum von Wahrnehmung, Lernen und Reflexion über analytische Verarbeitung und Regulation bis zu Entscheidung, Handlung, Erfahrungsauswertung, Anpassung, Stabilisierung und kontextsensitivem Transfer.

Die Struktur der Entwicklungsunterstützung kann gemeinsam sein.

Der daraus entstehende Entwicklungsprozess bleibt individuell.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten bilden den verbundenen Entwicklungskern.

Die sechs Kernkompetenzbereiche bilden unterschiedliche Entwicklungs-, Erfahrungs- und Anwendungsfelder.

Die konkrete Entwicklungsunterstützung bleibt individuell und kontextabhängig.

Die Komplexität liegt in der Architektur – nicht im Zugang für die Teilnehmenden.

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