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Cosmiconfluence

Systemdefinition

Verbindliche Architekturdefinition des Cosmiconfluence Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisframeworks mit Entwicklungslogik, Entwicklungsmodell, Kernkompetenzbereichen und Forschungsarchitektur

 

1. Cosmiconfluence Framework

Das Cosmiconfluence Framework bildet die übergeordnete Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisarchitektur.

Es dient als gemeinsamer Bezugsrahmen für die Entwicklung, Anwendung, Untersuchung, Evaluation und Weiterentwicklung entwicklungsbezogener Prozesse in unterschiedlichen Lebens-, Lern-, Familien-, Bildungs-, Berufs- und Gesellschaftskontexten.

Das Framework beschreibt nicht einzelne Programme, Projekte oder Methoden, sondern die übergeordnete Logik, Struktur, Architektur und Organisation des Gesamtsystems.

 

Es definiert die Beziehungen zwischen:

  • Entwicklungslogik,

  • Entwicklungsmodell,

  • Entwicklungsgrundfähigkeiten,

  • Kernkompetenzbereichen,

  • Kontexten,

  • Entwicklungsräumen,

  • Forschungsarchitektur,

  • Evaluationsarchitektur,

  • Methodenarchitektur.

Dadurch entsteht eine systematische, nachvollziehbare und weiterentwicklungsfähige Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisarchitektur.

 

2. Die Entwicklungslogik

Die Entwicklungslogik bildet die theoretische Grundlage des Cosmiconfluence Systems.

Sie beschreibt die grundlegende Annahme darüber, wie Entwicklungsprozesse entstehen, verlaufen, beeinflusst, stabilisiert und weitergeführt werden können.

 

Die Entwicklungslogik beschreibt insbesondere die Beziehungen zwischen:

  • Situation und Erfahrung

  • Wahrnehmung

  • Verarbeitung

  • Mustererkennung und Bedeutungsbildung

  • Reflexion

  • Orientierung

  • Entscheidung

  • Handlung

  • Rückmeldung

  • Anpassung

  • Stabilisierung

  • Transfer

  • neuen Entwicklungsanlässen

 

Die Entwicklungslogik beantwortet die Frage:

Wie verlaufen Entwicklungsprozesse grundsätzlich?

Sie beschreibt den Entwicklungsprozess selbst.

Sie ist nicht das Entwicklungsmodell.

Sie bildet die theoretische Grundlage, auf der das Entwicklungsmodell entwickelt wurde.

 

Entwicklungsprozesse werden als dynamische, zyklische und kontextabhängige Prozesse verstanden, die durch Erfahrungen, Lernprozesse, Reflexion, Anpassung und Transfer beeinflusst werden.

Die Entwicklungslogik orientiert sich unter anderem an der Annahme, dass Wahrnehmungs-, Lern-, Denk-, Reflexions- und Handlungsprozesse durch wiederholte Erfahrungen beeinflusst, stabilisiert und weiterentwickelt werden können. Diese Annahme ist mit Erkenntnissen aus der Neuroplastizitätsforschung vereinbar.

 

3. Das Cosmiconfluence Entwicklungsmodell

Das Cosmiconfluence Entwicklungsmodell wurde auf Grundlage der Entwicklungslogik entwickelt.

Es basiert auf der Annahme, dass drei zentrale Entwicklungsgrundfähigkeiten eine besondere Bedeutung für nachhaltige Entwicklungsprozesse besitzen.

 

Der Kern des Entwicklungsmodells besteht aus:

  1. Individueller Lernmethodik

  2. Analytisch-strukturierten und lösungsorientierten Denk- und Verarbeitungsprozessen

  3. Adaptiver Handlungsfähigkeit

Diese drei Entwicklungsgrundfähigkeiten bilden den Entwicklungskern des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells.

 

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten als Querschnitts- und Schlüsselfähigkeiten

Das Entwicklungsmodell betrachtet diese drei Entwicklungsgrundfähigkeiten nicht als die einzigen relevanten Fähigkeiten menschlicher Entwicklung.

Vielmehr werden sie als grundlegende Querschnitts- und Schlüsselfähigkeiten verstanden.

 

Die Annahme lautet, dass viele weitere Kompetenz- und Entwicklungsbereiche davon beeinflusst werden, wie Menschen:

  • lernen,

  • Informationen verarbeiten,

  • Zusammenhänge erkennen,

  • Entscheidungen treffen,

  • handeln,

  • sich an neue Situationen anpassen.

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten werden deshalb als Querschnittsfähigkeiten verstanden, weil sie potenziell in unterschiedlichen Entwicklungsfeldern wirksam werden können.

 

Hierzu können beispielsweise gehören:

  • emotionale Kompetenzen,

  • soziale Kompetenzen,

  • Kommunikationsfähigkeiten,

  • Selbstregulation,

  • Konfliktfähigkeit,

  • Problemlösefähigkeit,

  • Bildungs- und Lernkompetenzen,

  • berufliche Kompetenzen,

  • Familien- und Beziehungskompetenzen,

  • Resilienz,

  • Verantwortungsübernahme,

  • Orientierungskompetenz.

Das Entwicklungsmodell geht davon aus, dass die Förderung der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten die Entwicklung weiterer Kompetenzen unterstützen kann, ohne diese zu ersetzen.

 

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten und entwicklungsrelevante intelligente Funktionsweisen

Das Cosmiconfluence Entwicklungsmodell versteht die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten nicht als Intelligenz im klassischen psychometrischen Sinne und erhebt keinen Anspruch, Intelligenz direkt zu messen, zu diagnostizieren oder zu steigern.

Gleichzeitig basiert das Entwicklungsmodell auf der Annahme, dass viele Formen erfolgreichen Lernens, Verstehens, Problemlösens, Entscheidens, Handelns und Anpassens auf bestimmten kognitiven, metakognitiven, selbstregulativen und adaptiven Prozessen beruhen.

 

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten werden deshalb als entwicklungsrelevante Voraussetzungen intelligenter Funktionsweisen verstanden.

Diese intelligenten Funktionsweisen werden nicht als eigenständige Fähigkeiten verstanden, sondern als beobachtbare Ausdrucksformen kognitiver, metakognitiver, selbstregulativer und adaptiver Prozesse, die durch die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten unterstützt werden können.

 

Hierzu gehören insbesondere:

  • Lernen aus Erfahrungen,

  • strukturierte Informationsverarbeitung,

  • Mustererkennung,

  • Bedeutungsbildung,

  • Reflexion,

  • Perspektivübernahme,

  • Problemlösung,

  • Entscheidungsfähigkeit,

  • Selbststeuerung,

  • Anpassungsfähigkeit,

  • Transferleistungen,

  • selbstgesteuerte Entwicklungsprozesse.

 

Das Entwicklungsmodell geht davon aus, dass die Förderung der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten die Entwicklung solcher intelligenten Funktionsweisen unterstützen kann.

Dabei wird ausdrücklich nicht angenommen, dass Intelligenz ausschließlich durch diese Entwicklungsgrundfähigkeiten bestimmt wird oder auf diese reduziert werden kann.

Vielmehr wird angenommen, dass die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten wichtige Voraussetzungen dafür darstellen können, vorhandene Potenziale, Kompetenzen und Entwicklungsmöglichkeiten wirksam zu nutzen.

 

Entwicklungshemmnisse

Wenn eine oder mehrere Entwicklungsgrundfähigkeiten nur eingeschränkt entwickelt oder verfügbar sind, können Entwicklungsprozesse erschwert werden.

Dies kann sich beispielsweise zeigen durch:

  • eingeschränkte Lern- und Entwicklungsprozesse,

  • Schwierigkeiten bei der Analyse komplexer Situationen,

  • eingeschränkte Problemlösefähigkeit,

  • geringe Anpassungsfähigkeit,

  • geringe Selbstwirksamkeit,

  • erschwerten Transfer,

  • instabile Entwicklungsverläufe.

 

Zusammenhang der Entwicklungsgrundfähigkeiten

Das Entwicklungsmodell geht davon aus, dass die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten nicht unabhängig voneinander wirken.

Vielmehr stehen sie in wechselseitiger Beziehung.

Lernprozesse beeinflussen Denk- und Verarbeitungsprozesse.

Denk- und Verarbeitungsprozesse beeinflussen Entscheidungen und Handlungen.

Handlungen erzeugen neue Erfahrungen, welche wiederum neue Lernprozesse ermöglichen.

 

Die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten bilden daher kein lineares, sondern ein dynamisches und sich gegenseitig beeinflussendes Entwicklungssystem.

Das Entwicklungsmodell geht davon aus, dass nachhaltige Entwicklung insbesondere dort begünstigt wird, wo alle drei Entwicklungsgrundfähigkeiten gefördert, angewendet und kontinuierlich weiterentwickelt werden.

 

4. Die Kernkompetenzbereiche

Die Kernkompetenzbereiche bilden die zentralen Sichtbarkeits-, Entwicklungs-, Übungs-, Anwendungs-, Beobachtungs- und Evaluationsebenen des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells.

 

Innerhalb dieser Bereiche werden die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten:

  • angewendet,

  • geübt,

  • gefördert,

  • weiterentwickelt,

  • sichtbar,

  • beobachtbar,

  • beschreibbar,

  • evaluierbar.

Die Kernkompetenzbereiche stellen damit die zentrale Verbindung zwischen Entwicklungsmodell, Praxis, Forschung und Evaluation dar.

 

Die Kernkompetenzbereiche stellen zugleich die zentrale Sichtbarkeitsebene entwicklungsrelevanter intelligenter Funktionsweisen dar.

Während die Entwicklungsgrundfähigkeiten beschreiben, wodurch Entwicklungsprozesse unterstützt werden können, beschreiben die Kernkompetenzbereiche die Bereiche, innerhalb derer diese Prozesse sichtbar, beobachtbar und evaluierbar werden.

Die Kernkompetenzbereiche bilden somit die Anwendungs-, Entwicklungs- und Sichtbarkeitsebene der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten.

 

Warum die Kernkompetenzbereiche?

Das Cosmiconfluence Entwicklungsmodell geht davon aus, dass sich die Wirkungen der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten nicht auf einen einzelnen Entwicklungsbereich beschränken.

Vielmehr können sie sich in unterschiedlichen Bereichen menschlicher Entwicklung zeigen.

Die Kernkompetenzbereiche wurden deshalb nicht als voneinander unabhängige Kompetenzlisten ausgewählt.

Die sechs Kernkompetenzbereiche wurden ausgewählt, weil sie zentrale Bereiche menschlicher Entwicklung repräsentieren, innerhalb derer sich die Wirkungen der Entwicklungsgrundfähigkeiten sowie der daraus hervorgehenden entwicklungsrelevanten intelligenten Funktionsweisen besonders deutlich sichtbar machen, beobachten, beschreiben und untersuchen lassen.

 

Die Auswahl der Kernkompetenzbereiche orientiert sich unter anderem an Erkenntnissen aus:

  • Entwicklungspsychologie,

  • Lernforschung,

  • Kognitionswissenschaft,

  • Resilienzforschung,

  • Sozialwissenschaften,

  • Selbstregulationsforschung,

  • Kompetenzentwicklungsforschung.

Die Kernkompetenzbereiche werden dabei nicht als vollständige Beschreibung menschlicher Entwicklung verstanden.

Sie stellen vielmehr zentrale Beobachtungs- und Entwicklungsfelder innerhalb der Cosmiconfluence Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisarchitektur dar.

 

Die Kernkompetenzbereiche

Die Kernkompetenzbereiche umfassen insbesondere:

 

1. Emotionale Entwicklung

Die Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen, zu verstehen, einzuordnen und konstruktiv mit ihnen umzugehen.

 

2. Soziale Kompetenz

Die Fähigkeit, Beziehungen zu gestalten, Perspektiven anderer zu berücksichtigen, zu kommunizieren, zu kooperieren und soziale Situationen angemessen zu bewältigen.

 

3. Kognitive Verarbeitung

Die Fähigkeit, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten, Zusammenhänge zu erkennen, Probleme zu analysieren und Entscheidungen vorzubereiten.

 

4. Resilienz und Selbstwirksamkeit

Die Fähigkeit, mit Belastungen, Herausforderungen und Veränderungen umzugehen sowie Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit zu entwickeln.

 

5. Selbstfürsorge und Balance

Die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse, Belastungen, Ressourcen und Grenzen wahrzunehmen und langfristig einen konstruktiven Umgang mit ihnen zu entwickeln.

 

6. Werte-, Verantwortungs- und Zielorientierung

Die Fähigkeit, Entscheidungen, Handlungen und Entwicklungsprozesse an persönlichen, sozialen und gesellschaftlichen Werten, Verantwortlichkeiten und Zielsetzungen auszurichten.

 

Zusammenhang der Kernkompetenzbereiche

Die Kernkompetenzbereiche werden nicht als voneinander isolierte Bereiche verstanden.

Vielmehr wird angenommen, dass die innerhalb der Kernkompetenzbereiche sichtbaren Entwicklungsprozesse über gemeinsame kognitive, metakognitive, selbstregulative und adaptive Mechanismen miteinander verbunden sein können.

 

Veränderungen innerhalb eines Kernkompetenzbereiches können deshalb Auswirkungen auf andere Kernkompetenzbereiche haben.

Die Forschungsarchitektur untersucht unter anderem, welche Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Entwicklungsdynamiken zwischen den Kernkompetenzbereichen beobachtbar sind.

Die Kernkompetenzbereiche bilden damit nicht nur einzelne Beobachtungsfelder, sondern ein miteinander verbundenes Entwicklungssystem, innerhalb dessen die Wirkungen der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten sichtbar werden können.

 

5. Kontexte

Kontexte beschreiben Lebens-, Entwicklungs-, Anwendungs- und Forschungsbereiche, innerhalb derer das Cosmiconfluence Entwicklungsmodell eingesetzt, untersucht und weiterentwickelt werden kann.

 

Hierzu können beispielsweise gehören:

  • Individuum

  • Familie

  • Partnerschaft

  • Bildung

  • Beruf

  • Jugendhilfe

  • Gemeinschaft

  • Gesellschaft

Kontexte machen Entwicklungsbedarfe, Entwicklungsanliegen, Forschungsfragen, gesellschaftliche Herausforderungen und Anwendungsfelder sichtbar.

 

6. Entwicklungsräume

Entwicklungsräume stellen die praktische Umsetzung des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells dar.

Sie entstehen aus Entwicklungsbedarfen, Rollen, Interessen, Kontexten und Zielsetzungen.

 

Aktuelle Entwicklungsräume sind insbesondere:

  • Phoenix

  • Familienprogramm

Weitere Entwicklungsräume können aus neuen Entwicklungsbedarfen, Forschungsfeldern, Kontexten oder gesellschaftlichen Herausforderungen entstehen.

 

Entwicklungsräume sind keine Entwicklungsgrundfähigkeiten.

Sie sind keine Kernkompetenzbereiche.

Sie sind keine primären Forschungsgegenstände.

Sie stellen Anwendungs-, Lern-, Entwicklungs-, Erfahrungs- und Forschungsräume dar.

 

7. Die Cosmiconfluence Forschungsarchitektur

Die Cosmiconfluence Forschungsarchitektur dient der wissenschaftlichen Untersuchung des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells.

Der zentrale Forschungsgegenstand ist die Wirksamkeit des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells.

Im Mittelpunkt steht insbesondere die Frage:

Wie wirken die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten innerhalb der Kernkompetenzbereiche und unter welchen Bedingungen fördern oder erschweren sie Entwicklungsprozesse?

 

Die Forschungsarchitektur als mehrstufiges Forschungssystem

Die Cosmiconfluence Forschungsarchitektur beschreibt nicht ausschließlich den Forschungsgegenstand.

Sie definiert zugleich die Architektur zur Entwicklung von:

  • Beobachtungssystemen,

  • Evaluationssystemen,

  • Operationalisierungssystemen,

  • Indikatorensystemen,

  • Methodenarchitekturen,

  • Forschungsprogrammen,

  • Pilotprojekten.

Die konkrete Entwicklung von Messinstrumenten, Beobachtungsverfahren, Skalen, Indikatoren und Evaluationsverfahren erfolgt innerhalb der dafür vorgesehenen Ebenen der Forschungsarchitektur.

Entwicklungsindikatoren dienen nicht der Diagnostik von Personen, sondern der Beobachtung, Beschreibung und Untersuchung von Entwicklungsprozessen.

 

Beobachtungs- und Evaluationsebenen

Die Forschungsarchitektur untersucht insbesondere:

  • die Entwicklung der individuellen Lernmethodik,

  • die Entwicklung analytisch-strukturierter und lösungsorientierter Denk- und Verarbeitungsprozesse,

  • die Entwicklung adaptiver Handlungsfähigkeit,

  • deren Wechselwirkungen,

  • deren Auswirkungen innerhalb der Kernkompetenzbereiche.

 

Die Beobachtung kann auf unterschiedlichen Ebenen erfolgen:

  • Individuum

  • Familie

  • Gruppe

  • Organisation

  • Gemeinschaft

  • Gesellschaftlicher Kontext

 

Operationalisierung und Evaluation

Die Forschungsarchitektur geht davon aus, dass Entwicklungsprozesse schrittweise operationalisiert werden können.

 

Hierfür werden mehrere Ebenen unterschieden:

  1. Entwicklungsgrundfähigkeiten

  2. Kernkompetenzbereiche

  3. Teilkomponenten

  4. Beobachtungsdimensionen

  5. Entwicklungsindikatoren

  6. Kontextindikatoren

  7. Verlaufsindikatoren

  8. Methoden und Datenerhebungsverfahren

Diese Ebenen bilden gemeinsam die Grundlage für die Entwicklung von Beobachtungs-, Evaluations- und Forschungsinstrumenten.

 

Die Forschungsarchitektur geht ausdrücklich davon aus, dass Beobachtungsdimensionen und Indikatoren je nach Kontext variieren können.

Dadurch können unterschiedliche Operationalisierungen beispielsweise für:

  • Familie,

  • Bildung,

  • Beruf,

  • Jugendhilfe,

  • Gemeinschaft,

  • Gesellschaft

entwickelt werden, ohne die zugrunde liegende Entwicklungslogik oder die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten zu verändern.

 

Gesellschaftliche Relevanz

Die Cosmiconfluence Forschungsarchitektur untersucht neben individuellen Entwicklungsprozessen auch die mögliche Bedeutung der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten für gesellschaftliche Herausforderungen.

Dabei wird ausdrücklich nicht angenommen, dass komplexe gesellschaftliche Herausforderungen auf einzelne Ursachen reduziert werden können.

Vielmehr wird angenommen, dass unzureichend entwickelte oder instabil verfügbare Entwicklungsgrundfähigkeiten Risikofaktoren verstärken und Schutzfaktoren schwächen können.

 

Zu relevanten Forschungsfeldern können unter anderem gehören:

  • psychische Belastungen,

  • soziale Konflikte,

  • Gewaltbereitschaft,

  • Radikalisierungs- und Extremismusprozesse,

  • Bildungsprobleme,

  • familiäre Überforderung,

  • gesellschaftliche Polarisierung,

  • Umgang mit Unsicherheit,

  • Umgang mit Komplexität.

 

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Untersuchung einzelner Symptome oder Problemlagen.

Untersucht wird vielmehr die mögliche Rolle von Entwicklungsgrundfähigkeiten, Entwicklungsbedingungen, Entwicklungshemmnissen und Entwicklungsmechanismen für den Umgang mit solchen Herausforderungen.

Cosmiconfluence versteht sich deshalb nicht als Behandlung einzelner Probleme, sondern als Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisarchitektur zur Förderung grundlegender Entwicklungsfähigkeiten.

 

Die Forschungsarchitektur untersucht darüber hinaus die mögliche Bedeutung entwicklungsrelevanter kognitiver, metakognitiver, selbstregulativer und adaptiver Prozesse für individuelle Entwicklungsverläufe sowie für den Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen.

Besonderes Forschungsinteresse gilt dabei der Frage, inwieweit die Förderung der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten zur Entwicklung jener Fähigkeiten beitragen kann, die Menschen für Lernen, Orientierung, Problemlösung, Selbststeuerung, Verantwortungsübernahme, Anpassung und konstruktives Handeln in komplexen Lebenssituationen benötigen.

 

 

8.Präventionsbezogene Entwicklungsrelevanz

Die Cosmiconfluence Forschungsarchitektur untersucht die präventionsbezogene Entwicklungsrelevanz des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells, ohne Cosmiconfluence als Diagnose-, Therapie- oder Interventionsmodell zu verstehen.

Der präventionsbezogene Charakter ergibt sich aus der Annahme, dass Entwicklungsprozesse dort unterstützt werden können, wo grundlegende Entwicklungsfähigkeiten, Reflexionsfähigkeit, Selbstregulation, Orientierung, soziale Einordnung, Problemlösefähigkeit und adaptive Handlungsfähigkeit gefördert, beobachtet und weiterentwickelt werden.

Cosmiconfluence richtet sich daher nicht primär auf die nachträgliche Bearbeitung einzelner Problemlagen, sondern auf die Untersuchung und Förderung grundlegender Entwicklungsbedingungen, die Menschen dabei unterstützen können, mit Komplexität, Belastung, Unsicherheit, Konflikten und Veränderung konstruktiver umzugehen.

 

Präventionsbezogene Eigenschaften des Cosmiconfluence Systems können insbesondere darin liegen, dass es:

• Wahrnehmungs-, Reflexions- und Verarbeitungsprozesse bewusster zugänglich macht,
• Lern-, Denk- und Handlungsmuster sichtbar und bearbeitbar macht,
• Selbststeuerung und adaptive Handlungsfähigkeit unterstützt,
• soziale Orientierung, Verantwortungsübernahme und Perspektivübernahme fördern kann,
• Entwicklungshemmnisse, Ressourcen und Schutzfaktoren systematisch beobachtbar macht,
• Entwicklungsprozesse in realen Lebens-, Lern-, Familien-, Bildungs-, Berufs- und Gesellschaftskontexten untersuchbar macht.

 

Die präventionsbezogene Entwicklungsrelevanz steht in enger Verbindung mit den drei Entwicklungsgrundfähigkeiten des Cosmiconfluence Entwicklungsmodells.

 

Individuelle Lernmethodik kann dazu beitragen, Erfahrungen, Rückmeldungen und Entwicklungsimpulse bewusster zu nutzen.

 

Analytisch-strukturierte und lösungsorientierte Denk- und Verarbeitungsprozesse können dazu beitragen, komplexe Situationen differenzierter zu verstehen, Muster zu erkennen und Handlungsoptionen reflektierter zu entwickeln.

 

Adaptive Handlungsfähigkeit kann dazu beitragen, Entscheidungen in konkrete Handlungen zu übertragen und sich konstruktiv an neue oder belastende Situationen anzupassen.

 

Innerhalb der Kernkompetenzbereiche kann diese präventionsbezogene Relevanz insbesondere dort sichtbar werden, wo emotionale Entwicklung, soziale Kompetenz, kognitive Verarbeitung, Resilienz und Selbstwirksamkeit, Selbstfürsorge und Balance sowie Werte-, Verantwortungs- und Zielorientierung gestärkt, beobachtet und weiterentwickelt werden.

 

Die Forschungsarchitektur untersucht dabei, inwieweit die Förderung der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten präventionsrelevante Schutzfaktoren stärken und risikoverstärkende Entwicklungsbedingungen abschwächen kann.

Dabei wird ausdrücklich nicht angenommen, dass gesellschaftliche oder individuelle Problemlagen monokausal durch fehlende Entwicklungsgrundfähigkeiten entstehen oder allein durch Cosmiconfluence verhindert werden können.

Vielmehr versteht sich Cosmiconfluence als präventionsbezogen relevantes Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisframework, das grundlegende Entwicklungsbedingungen, Schutzfaktoren, Entwicklungshemmnisse und Entwicklungsprozesse sichtbar machen, untersuchen und weiterentwickeln kann.

Die konkrete präventionsbezogene Wirkung des Systems ist Gegenstand der Forschungsarchitektur und muss innerhalb geeigneter Pilotprojekte, Beobachtungsverfahren, Evaluationsdesigns und kontextspezifischer Indikatoren untersucht werden.

 

9. Die zentrale Systemlogik

Entwicklungslogik

liefert die theoretische Grundlage für die Annahme, wie Entwicklungsprozesse entstehen, verlaufen, stabilisiert und weitergeführt werden können

Cosmiconfluence Entwicklungsmodell

Kern:
Drei Entwicklungsgrundfähigkeiten

  • Individuelle Lernmethodik

  • Analytisch-strukturierte und lösungsorientierte Denk- und Verarbeitungsprozesse

  • Adaptive Handlungsfähigkeit

diese werden als entwicklungsrelevante Querschnitts- und Schlüsselfähigkeiten verstanden

sie unterstützen entwicklungsrelevante intelligente Funktionsweisen

beispielsweise:

  • Lernen aus Erfahrungen

  • strukturierte Informationsverarbeitung

  • Mustererkennung

  • Reflexion

  • Problemlösung

  • Entscheidungsfähigkeit

  • Selbststeuerung

  • Anpassungsfähigkeit

  • Transferleistungen

diese intelligenten Funktionsweisen werden innerhalb der Kernkompetenzbereiche sichtbar

Kernkompetenzbereiche

  • Emotionale Entwicklung

  • Soziale Kompetenz

  • Kognitive Verarbeitung

  • Resilienz und Selbstwirksamkeit

  • Selbstfürsorge und Balance

  • Werte-, Verantwortungs- und Zielorientierung

innerhalb dieser Kernkompetenzbereiche werden die drei Entwicklungsgrundfähigkeiten angewendet, geübt, gefördert und weiterentwickelt

ihre Wirkungen werden sichtbar, beobachtbar, beschreibbar und evaluierbar

Kontexte machen Entwicklungsbedarfe, Entwicklungsanliegen, Forschungsfragen und gesellschaftliche Herausforderungen sichtbar

hieraus entstehen Entwicklungsräume, Programme, Projekte, Forschungsfelder und Pilotprojekte

innerhalb dieser Entwicklungsräume wird das Entwicklungsmodell praktisch angewendet

die Cosmiconfluence Forschungsarchitektur untersucht:

  • Entwicklungsverläufe

  • Entwicklungsbedingungen

  • Entwicklungshemmnisse

  • Entwicklungsindikatoren

  • Kontextunterschiede

  • Wirkzusammenhänge

  • gesellschaftliche Relevanz

die gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung

  • des Entwicklungsmodells,

  • der Kernkompetenzbereiche,

  • der Entwicklungsräume,

  • der Methodenarchitektur,

  • der Evaluationsarchitektur,

  • der Forschungsarchitektur

zurück.

 

10. Zusammenfassung der Cosmiconfluence Systemarchitektur

Die Cosmiconfluence System-Masterdefinition beschreibt die grundlegende Architektur des Cosmiconfluence Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisframeworks.

Das Framework bildet den übergeordneten Bezugsrahmen für die Entwicklung, Anwendung, Untersuchung, Evaluation und Weiterentwicklung entwicklungsbezogener Prozesse in unterschiedlichen Lebens-, Lern-, Familien-, Bildungs-, Berufs- und Gesellschaftskontexten.

Die theoretische Grundlage des Systems bildet die Cosmiconfluence Entwicklungslogik.

Sie beschreibt die grundlegenden Annahmen darüber, wie Entwicklungsprozesse entstehen, verlaufen, stabilisiert und weitergeführt werden können.

 

Auf Grundlage dieser Entwicklungslogik wurde das Cosmiconfluence Entwicklungsmodell entwickelt.

Im Mittelpunkt des Entwicklungsmodells stehen drei Entwicklungsgrundfähigkeiten:

1. Individuelle Lernmethodik

2. Analytisch-strukturierte und lösungsorientierte Denk- und Verarbeitungsprozesse

3. Adaptive Handlungsfähigkeit

Diese drei Entwicklungsgrundfähigkeiten werden als entwicklungsrelevante Querschnitts- und Schlüsselfähigkeiten verstanden, die Entwicklungsprozesse in unterschiedlichen Lebens- und Kompetenzbereichen unterstützen können.

 

Das Entwicklungsmodell geht davon aus, dass diese Entwicklungsgrundfähigkeiten zur Entwicklung und Nutzung entwicklungsrelevanter kognitiver, metakognitiver, selbstregulativer und adaptiver Prozesse beitragen können, die für Lernen, Orientierung, Problemlösung, Selbststeuerung, Anpassung und konstruktives Handeln von Bedeutung sind.

Die möglichen Wirkungen der Entwicklungsgrundfähigkeiten werden innerhalb der Kernkompetenzbereiche sichtbar, beobachtbar, beschreibbar und wissenschaftlich untersuchbar.

 

Die sechs Kernkompetenzbereiche bilden dabei die zentralen Entwicklungs-, Anwendungs-, Beobachtungs- und Evaluationsebenen des Entwicklungsmodells:

  • Emotionale Entwicklung

  • Soziale Kompetenz

  • Kognitive Verarbeitung

  • Resilienz und Selbstwirksamkeit

  • Selbstfürsorge und Balance

  • Werte-, Verantwortungs- und Zielorientierung

Kontexte beschreiben die Lebens-, Entwicklungs-, Anwendungs- und Forschungsbereiche, innerhalb derer das Entwicklungsmodell eingesetzt, untersucht und weiterentwickelt werden kann.

 

Entwicklungsräume stellen die praktische Umsetzung des Entwicklungsmodells dar und ermöglichen die Anwendung der Entwicklungslogik und der Entwicklungsgrundfähigkeiten in unterschiedlichen Rollen, Zielgruppen und Lebenssituationen.

Die Cosmiconfluence Forschungsarchitektur dient der wissenschaftlichen Untersuchung des Entwicklungsmodells.

Sie untersucht insbesondere die Entwicklung, Wechselwirkungen und Wirkungen der drei Entwicklungsgrundfähigkeiten innerhalb der Kernkompetenzbereiche sowie deren mögliche Bedeutung für individuelle Entwicklungsverläufe und gesellschaftliche Herausforderungen.

 

Dabei versteht sich Cosmiconfluence nicht als Diagnose-, Therapie- oder Interventionsmodell für einzelne Problemlagen.

Vielmehr versteht sich Cosmiconfluence als Forschungs-, Entwicklungs- und Praxisarchitektur zur Förderung, Untersuchung und Weiterentwicklung grundlegender Entwicklungsfähigkeiten sowie der Bedingungen, unter denen Entwicklungsprozesse unterstützt, erschwert oder begünstigt werden können.

Die System-Masterdefinition bildet damit die verbindliche Architekturgrundlage für die weitere Entwicklung des Cosmiconfluence Frameworks, seiner Forschungsarchitektur, seiner Methodenarchitektur, seiner Evaluationsarchitektur sowie seiner Entwicklungsräume, Programme, Forschungsfelder und Pilotprojekte.

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